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Die schönsten Trafohäuschen Europas
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Ohne die Natur kann man ganz und gar nichts machen (Édouard Manet)
Trafotürme & Naturschutz

Zu den Fotos Wohltorf Zu den Fotos Wilhelmsdorf Zu den Fotos Sentenhart Zu den Fotos Ohlenbuettel Mit der Modernisierung der Stromnetze und der Entwicklung neuer Isolierungen hat sich die unterirdische Verlegung von Kabeln anstelle der früheren Freileitungen weitgehend durchgesetzt. Die Trafohäuschen werden mehr und mehr durch Blechkästen oder kleine Anbauten ersetzt. Viele der schönen alten Turmstationen sind bereits abgebrochen, laufend kommen neue Abrisse hinzu. Neben dem Denkmalschutz und Nutzungsmöglichkeiten für Kunstprojekte und ähnliches (z.B. als Bushaltestelle, Schnapsbrennerei, Hotelzimmer,...) gibt es einen weiteren Grund, stillgelegte und funktionslos gewordene Trafotürme zu erhalten: den Naturschutz.
Hier sind die netzbetreibenden Energieversorgungsunternehmen aufgefordert, nicht einfach nur abzureissen, sondern in Zusammenarbeit mit Naturschützern und Gemeinden diese (auch optisch und technikgeschichtlich) faszinierenden kleinen Bauwerke zu erhalten, wo immer es geht.
Weiterführende Infos über Trafos und Naturschutz finden Sie in unserer kleinen Linksammlung.

 
Trafoturm BUND Wohltorf 1 Trafoturm BUND Wohltorf 23 Trafoturm BUND Wohltorf 3 Trafoturm BUND Wohltorf 19 Trafoturm BUND Wohltorf 8 Trafoturm BUND Wohltorf 14 Trafoturm BUND Wohltorf 26
Trafoturm BUND Wohltorf 24 Trafoturm BUND Wohltorf 9 Trafoturm BUND Wohltorf 10 Trafoturm BUND Wohltorf 15 Trafoturm BUND Wohltorf 16 Trafoturm BUND Wohltorf 25 Trafoturm BUND Wohltorf 17
Der Trafoturm Wohltorf - Ein Heim für wilde Tiere
Fotos: Cornelia von Grauhaar, Richard Molke, Pit Fischer, 2011
2008 "entdeckte" ihn ein Mitglied der BUND Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg, ein halbes Jahr später war er Gegenstand eines Vertrages zwischen der Gemeinde Wohltorf und der Kreisgruppe: der Trafoturm am Wohltorfer Kirchberg, direkt an der Grenze zu Aumühle gelegen. Am 17. Oktober 2009 wurde der Turm eingeweiht. Statt eines Abrisses dient er seitdem Fledermäusen, Eulen, Falken und Insekten als Heimstatt.
Eine ausführliche und schön gestaltete Fotodokumentation über Planung, Bau, Geschichte und Entwicklung des Projekts gibt es auf den Webseiten der BUND Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland). Hier können sich Interessierte viele wertvolle Anregungen für ähnliche Projekte holen.
Aus Ziegelsteinen, Holz, Lehm, Schilf- und anderen Pflanzenstengeln, Bambus, Walnuss-Schalen, Tontöpfen, Schneckenhäusern und anderen Naturmaterialien haben die Wohltorfer Naturschützer Nisthilfen für zahlreiche Tierarten gebaut. Am Projekt waren auch Kinder und Schulklassen beteiligt. Auf den Abbildungen sind z.B. verschiedenartige Behausungen für Wildbienen und andere Insekten zu sehen.
Siehe ausführlich unter Wohltorf im Landkreis Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein, Sachsenwald)

 
Artenschutzturm in Ohlenbuettel 1   Artenschutzturm in Ohlenbuettel 2
Der Artenschutzturm von Ohlenbüttel
Fotos: Günter Nienstedt, 2010
Die BUND-Ortsgruppe Neu Wulmstorf zeigt mit ihrem Fledermaus- und Vogelschutzprojekt Transformatorenstation Ohlenbüttel eine Möglichkeit auf, nicht mehr genutzte technische Bauwerke ressourcenschonend einem neuen Zweck zuzuführen. Der Turm wurde zu einer Nist- und Rückzugsstätte für Fledermäuse, Vögel und Insekten umgestaltet. Dank der Unterstützung des Energieversorgers EWE und der Gemeinde Neu Wulmstorf konnte der Abriß des Gebäudes verhindert und durch artgerechten Ausbau den Tierarten angeboten werden, die am besten von diesen Lebensräumen profitieren. Zwei Zwischenböden wurden eingezogen und eine Treppe eingebaut. Dann schufen die Neu Wulmstorfer Einfluglöcher und brachten im Turminneren Nisthilfen an. An den Gebäudeaußenwänden wurden verschiedene Nistkästen, Schwalbennester sowie bearbeitete Baumscheiben und Reetröhren für Schwebfliegen und andere Insekten aufgehängt. Zur optischen und ökologischen Bereicherung des Turms erfolgte eine Begrünung der Fassade, womit eine weitere Nische für Insekten und andere Kleintiere geschaffen wurde.
(Quelle: Webseite der BUND-Ortsgruppe Neu Wulmstorf)
Die Trafographie-Redaktion sendet ein herzliches Dankeschön für die Zusendung der Fotos an Günter Nienstedt und die engagierten Artenschützer vom BUND Neu Wulms. Unsere kleinen gefiederten, flatternden und krabbelnden Freunde werden dieses komfortable Tierhotel zu schätzen wissen.
Siehe ausführlich unter Ohlenbüttel im Landkreis Harburg (Niedersachsen, Großraum Hamburg-Harburg-Nordheide)

 

Tierhotel Wilhelmsdorf 1 Tierhotel Wilhelmsdorf 23 Tierhotel Wilhelmsdorf 16 Tierhotel Wilhelmsdorf 4 Tierhotel Wilhelmsdorf 3
Tierhotel Wilhelmsdorf 12 Tierhotel Wilhelmsdorf 11 Tierhotel Wilhelmsdorf 7 Tierhotel Wilhelmsdorf 19 Tierhotel Wilhelmsdorf 20 Tierhotel Wilhelmsdorf 9 Tierhotel Wilhelmsdorf 10
Das Tierhotel Wilhelmsdorf - ein Trafoturm für Tiere
Fotos: Pit Fischer, 2010 und 2011
Naturschützer vom NABU Wilhelmsdorf haben diesen Trafoturm an der Straße von Zußdorf nach Pfrungen in ein Tierhotel mit grünem Pelz umgewandelt: Hier wohnen jetzt Fledermäuse, Schleiereulen, Turmfalken und andere Vögel, Amphibien, Hornissen, Hummeln und Schmetterlinge. Sieht echt gemütlich aus, man möchte am liebsten selbst einziehen.
Ein gelungenes Beispiel für die neue Verwendung von stillgelegten Trafohäuschen. Ein Schaltkasten hat unter der Bezeichnung "Höhreute Noteinspeisung" die Funktion des alten Turms übernommen.
Wilhelmsdorf liegt im Landkreis Ravensburg (Baden-Württemberg), am Rand des Naturschutzgebiets Pfrunger-Burgweiler Ried mit seinen großen Moor- und Feuchtgebieten, unbedingt sehenswert. Informationen, Ausstellungen, Lehrpfade, Führungen u.a. bietet das Naturschutzzentrum an, das sich direkt am Ried befindet.
Siehe ausführlich unter Wilhelmsdorf im Landkreis Ravensburg (Baden-Württemberg)

 

Tierhotel Sentenhart 1 Tierhotel Sentenhart 2 Tierhotel Sentenhart 4 Tierhotel Sentenhart 7 Tierhotel Sentenhart 8 Tierhotel Sentenhart 9
Die Station Sentenhart Kirche mit Efeu und Vogelhäusern
Fotos: Pit Fischer, 2008 und 2011
Elektrizität wird in Hohenzollern gerne als Saft oder Most ("Moscht") bezeichnet. Dementsprechend werden die Trafohäuschen hier deftigerweise Saftturm (analog dem angelsächsischen Juice Tower) oder Mostkasten ("Moschtkäschtle") genannt. Der auf obigen Fotos dargestellte Transformator heißt also hierzulange "Moschtkaschte mit Nischtkäschtle".
Wir wissen nicht, ob die lobenswerte Nutzung des inzwischen mit Efeu bewachsenen Trafohäuschens als Tierhotel eine Privatinitiative oder das Werk einer Naturschutzgruppe ist: auf jeden Fall ist der Erhalt des Bauwerks, das sich auch architektonisch harmonisch ins Dorfbild einfügt, sehr zu begrüßen. Wie auf den Detailfotos zu sehen ist, werden hier die unterschiedlichsten Nisthilfen zur Verfügung gestellt, unter dem Dach befinden sich auch Schwalbennester. Die Bilder wurden an einem Märztag aufgenommen und wir können es fast nicht mehr abwarten, bis es in den Vogelhäusern quirlig zu rumoren beginnt und der lautstarke Nachwuchs die hungrigen Schnäbel aufsperrt.
Der Turm befindet sich in Sentenhart in der Ringstraße 2, direkt bei der weithin sichtbaren Kirche (wie auf dem linken Bild der unteren Reihe zu sehen ist).
Siehe ausführlich unter Sentenhart, Ortsteil von Wald/Hohenzollern im Landkreis Sigmaringen (Baden-Württemberg)



Taisersdorf 1 Taisersdorf 2 Taisersdorf 3
Taisersdorf 11 Taisersdorf 10 Taisersdorf 6 Taisersdorf 9 Taisersdorf 5 Taisersdorf 7 Taisersdorf 8
Die Umspannstation Taisersdorf Breitle - Ein stillgelegter Trafo mit Nistkästen
Fotos von Pit Fischer, 2010 (obere Reihe) und 2011 (untere Reihe)
Diese einstmals stolze Transformatorstation ist stillgelegt, der Strom verläuft nunmehr unterirdisch. Statt der leider weit verbreiteten Abriss-Lösung dient er nun durch angehängte Nistkästen Singvögeln als Zuflucht und Brutmöglichkeit - ein Beispiel, das Schule machen sollte.
Unter dem Dach sind Schwalbennester zu sehen und an den Wänden unterschiedliche Nistbehälter für unsere kleinen Freunde der Lüfte angebracht. Hier hätten sogar noch mehr Vogelhäuschen, Fledermauskästen und Wildbienenhotels Platz.
Die Adresse dieses Turms ist Hirtengärten 15, an der Taisersdorfer Wanderwegkreuzung, direkt am ausgeschilderten Wanderweg nach Waldhof, Ebratsweiler und Herdwangen.
Siehe ausführlich unter Taisersdorf, Ortsteil von Owingen im Bodenseekreis (Baden-Württemberg)



Trafoturm Reichenau Oberzell 1 Trafoturm Reichenau Oberzell 6 Trafoturm Reichenau Oberzell 2       Trafoturm Reichenau Niederzell 7 Trafoturm Reichenau Niederzell 6 Trafoturm Reichenau Niederzell 9
Platz ist in der kleinsten Hütte,
auch in diesen beiden denkmalgeschützten Türmchen auf der Insel Reichenau

Photos von Friedbert Kowalsky und Pit Fischer, 2009 und 2011
Wie Denkmalschutz und Naturschutz ausgezeichnet harmoninieren und sich ergänzen können, zeigen uns diese beiden Beispiele in Reichenau Oberzell (die linken drei Bilder) und Niederzell (die rechten drei Bilder). Es braucht nicht unbedingt immer ein komfortables Tierhotel zu sein (obwohl das natürlich zu begrüßen und zu fördern ist), oft kann auch schon mit wenig Mitteln einiges erreicht werden: eine Efeu-Pflanze an der Fassade, ein aufgehängter Nistkasten, ein aufgestelltes Insektenhotel, ein paar Einfluglöcher wirken auf unsere kleinen zwei-, vier-, sechs- oder achtbeinigen gefiederten, flatternden, kriechenden oder krabbelnden Mitgeschöpfe wie ein einladendes Schild "Zimmer frei". Viele kleine Schritte verändern die Welt. Improvisation und Ideenreichtum sind gefragt.
Die beiden bautypgleichen Trafohäuschen stehen auf der Insel Reichenau in Oberzell in der Oberzellerstraße 7 und in Mittelzell in der Riedstraße neben Haus Nr. 8.
Siehe ausführlich unter Insel Reichenau im Landkreis Konstanz (Baden-Württemberg)




Pit Fischer ist Naturschutzbeauftragter der Trafographie-Redaktion


© Copyright für die Bilder
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Stand: 4. März 2012
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