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Man muß sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet. (Paul Cezanne)
Über uns und die Trafographie

Die Trafographie ist eine 2004 in Süddeutschland entstandene Stilrichtung (Sezession) der künstlerischen Fotografie. Eine kleine Künstlergruppe um die Frenkenbacher LyrikerIn Elvira von Seydlitz beschloss am 13. Juni 2004, sich vom kommerziell beherrschten Kunst- und Fotomarkt abzuwenden, bei der visuellen Darstellung von Energie und Elektrizität in Bezug zu Landschaft und Architektur völlig eigene Wege zu gehen, und sich dabei unterschiedlicher technischer und stilistischer Mittel zu bedienen. Initiator war der Maler und Aktionskünstler Richard Molke. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte der Katastrophenmaler und Tierschützer Siegwardt Puerrhus, der sich später zunehmend der Nacht- und Vollmondtrafographie verschrieb. Schon im Sommer 2004 entstand das erste Foto: Der Trafoturm im Schwarzachtal.
In den folgenden Jahren gesellten sich einige assoziierte Fotografen und Fotografinnen zur Trafographie-Gruppe, manche in konstanter Zusammenarbeit, andere lediglich sporadisch, wie etwa der Meßkircher Nebenerwerbsdichter Friedbert Kowalsky.
Auf der Suche nach einem Webmaster stieß man 2007 auf Pit Fischer, der seit 1997 im Internet aktiv ist und sich in bescheidenem Umfang auch mit Kunst und Fotografie befasst. Ihm obliegt die Erstellung und Pflege der Webseiten in handgeschriebenem HTML, auch arbeitet er zusammen mit Elvira von Seydlitz und Richard Molke in der Trafographie-Redaktion mit. 2008 gingen die ersten Webseiten ans Netz.
Webmaster und Redaktion erreichen Sie über das Impressum.


Der Trafograph als Amateur-Dokumentar

Im Lauf der Jahre kamen zum anfänglich reinen Fotokunstprojekt "Trafographie" andere Schwerpunkte hinzu: Denkmalschutz, Naturschutz und vor allem Technik und Technikgeschichte. Mehr und mehr hat sich so diese Fotosammlung vom Kuriositätenkabinett zu einer Dokumentation dieser eigentümlichen Stromtürme entwickelt:
Als Folge der Modernisierung der Stromnetze und der zunehmend unterirdischen Kabelverlegung anstelle von Freileitungen fegte in den letzten Jahrzehnten eine regelrechte Abrisswelle von Trafohäuschen über das Land: einige der auf diesen Seiten abgelichteten Türme sind bereits der Abrissbirne zum Opfer gefallen, andere sind konkret, mittel- und langfristig vom Abbruch bedroht (siehe auch auf unserem Trafo-Friedhof Das Ende vom Lied: Abgerissene Trafotürme, ein Text von Siegwardt Puerrhus mit Photodokumentation abgebrochener Trafohäuschen).
Am häufigsten sind Turmstationen heute noch auf dem Land anzutreffen, ebenso wie die Freileitungen auf Holzmasten. Sie finden auf unseren Seiten deshalb wesentlich mehr Abbildungen aus ländlichen Gegenden als aus Städten.
Unverhofft ist so unseren Trafographen und Trafographinnen eine neue zusätzliche Aufgabe zugewachsen: Die Dokumentation existierender und nicht mehr existierender Trafostationen in Wort und Bild für die Nachwelt. Vielleicht können wir mit unseren Webseiten ein wenig den Blick für diese originellen technischen Kleinbauten schärfen und im besten Fall Anstösse geben, einige davon als Denkmal zu erhalten, andere einer neuen Verwendung zuzuführen.
Das Thema Transformator und Kunst wird aber weiterhin ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten sein. Und vor allem wird das Fotografieren und Texten auch in Zukunft ein reines Hobby- und Freizeitvergnügen bleiben, das nicht in Arbeit oder gar in Stress ausarten soll. Ein Anspruch auf Vollständigkeit oder Wissenschaftlichkeit wird nicht erhoben.


Was Sie schon immer über Trafographie wissen wollten
(oder auch nicht)

Hochspannung Hochspannung Die Trafographie wurde am 13. Juni 2004 in Frenkenbach aufgrund einer Idee Richard Molkes begründet. Es herrschte ein starkes Gewitter, Blitze zuckten über den sturmzerrissenen, indigofarbenen Linzgauer Himmel und tunkten das Frenkenbacher Trafohäusle in flackerndes , diabolisches Licht. Die Elvira-von-Seydlitz-Gesellschaft saß im literarischen Nebenzimmer (Walserstüble) des oberfrenkischen Landgasthofs 'Zum Fliehenden Pony' am Fuße des Gehrenbergs bei Kerzenschein und einer Tasse schwarzer Milch des Todes ("ob mit Milch oder ohne, ob mit Zucker oder ohne: stark muß es sein und gut, das Dichtergetränk!") zusammen und las sich unheimliche Elegien vor. Elvira häkelte an einer bunten Schabracke, die sie Martin zum Geburtstag für sein Pferd schenken wollte, damit der Gaul nicht ständig abhaute und ihre Gemüsebeete zertrampelte. In den Pausen erzählte Fülberth-Maria Köttker Spinatwitze.
Eben hatte Dr. Öppelminna, Gönner der Elvira-von-Seydlitz-Gesellschaft aus der nahegelegenen Universitätsstadt und grenzübergreifender Spezialist für das Kaffeekannenmotiv bei Celan, Müller-Guttenbrunn zitiert, ob die Erde nicht doch bloß so eine Art Deportationsinsel für die Idioten des ganzen Kosmos sei. Niemand vermochte zu antworten. Aus dem nahen Deggenhauser Tal schallte das Totenglöcklein herüber, als Molke - der mal wieder mächtig unter Strom stand - das Wort ergriff. Wie, unterbrach er die lyrische Runde mit einem Blick aus dem Fenster, wo sich am Himmel gewaltige Energiemengen donnernd entluden, wie wenn man/frau nun versuchte, diese Urkraft der Elektrizität - von der die Menschheit seit Hunderten von Jahren träumt - mit einem ganz neuartigen Verfahren gleichsam zu transzendieren und doch auch letztendlich gestaltend durch Verdeutlichung von Transformationsprozessen zu äh, dingenskirchen ...? Ist nicht die Energieversorgung als Kunstform über Jahrzehnte hinweg vernachlässigt, diffamiert, trivialisiert worden? etc. blabla? Die Anwesenden, Elvira von Seydlitz, Siegwardt Puerrhus, Köttker, Öppelminna und Winnetou Häberle, waren sofort Feuer und Flamme, eine eingeschworene Gemeinschaft: Die Transformationsphotographie - kurz Trafographie - war geboren! Unter großem Hurra-Gebrüll wurde Frenkenbach sogleich als Gründungsort im Register eingetragen, Elvira v. Seylitz zur Ehrenvorsitzenden gewählt. Siegwardt Puerrhus ("von Puerrhus lernen heißt siegen lernen!") wurde das Handgerät (Neutronendesintegrator) anvertraut, Fülberth-Maria Köttker sollte ihm - falls nötig - in Spinatfragen zur Hand gehen. Häberle meldete sich als Getränkewart, der "Doc" (Öppelminna) als Todesfuger, Richard als Schmiermaxe und schon konnte es losgehen! Ohne viel Gedöns war eine neue Kunstrichtung entstanden.
Und wieder einmal in Frenkenbach.

Frenkenbach ist uns nahe

... und wenn Du einen Trafo siehst, sag ihm ich laß ihn grüßen! (E.v.S.)

© Copyright für die Bilder
bei den Fotografen und Fotografinnen

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Stand: 25. November 2011
Carpe diem

Atomkraft nein danke