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Alle Stärke liegt innen, nicht außen. (Jean Paul)
Home > Transformator, Trafostation & Co.

Innenansichten und Konstruktion von Turmstationen

Bauplan einer Turmstation Innenansicht eines Trafoturms vor dem Abriss Innenansicht der Trafostation Baind im Jahr 2007 Innenansicht Trafostation Radolfzell Gueterbahnhof Innenansicht der Trafostation Doernach Innenansicht Trafostation Vaux-et-Chantegrue Schaltanlage einer Turmstation Umspannstation Wildes Ried
Inhalt dieser Seite:
Konstruktion   Einblicke   Schaltanlage   Museums-Turmstation

Vorschriften und Erste Hilfe Warntafeln Schalttafeln Schalter
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Vorschriften und Erste Hilfe   Warntafeln   Schalttafeln und Schalter

 
Bauzeichnung Trafoturm Herweg Bauschein Trafoturm Herweg Baubeschreibung Trafoturm Herweg Kostenanschlag Trafoturm Herweg Trafoturm Herweg von 1913
Bauzeichnung und Dokumente der Turmstation Hückeswagen-Herweg von 1913
Abbildungen: Bildarchiv LVR-Freilichtmuseum Lindlar
Die Abbildungen zeigen eine Bauzeichnung, den Bauschein, eine Baubeschreibung und die erste Seite des Kostenanschlags für die Trafostation Herweg aus dem Jahr 1913. Die Turmstation befindet sich heute im LVR-Freilichtmuseum Lindlar.

Bauplan Turmstation Kormannshausen
Bauplan der Transformatorenstation Hückeswagen-Kormannshausen von 1943
Abbildung: Stadt Hückeswagen
Wir sehen hier den Bauplan der Turmstation Kormannshausen aus dem Jahr 1943. Die Bauherrin: Bergische Licht- und Kraftwerke G.m.b.H. Remscheid-Lennep, für die Ausführung: Carl Becker. Bauschein Nr. 4/1943 des Landrats, baupolizeilich geprüft vom Preußischen Staatshochbauamt Wuppertal am 2.3.1943.

Bauplan Umspannstation II Leipheim von 1954 Umspannstation II Leipheim von 1954
Bauplan der Umspannstation II Leipheim von 1954
Fotos: Hans Zachai, 2013
Die Abbildung zeigt die Konstruktionspläne der Umspannstation II Leipheim der Mittelschwäbischen Überlandzentrale AG Giengen vom 2. März 1954.


Konstruktionszeichnung eines Trafoturms in Heiligendamm Schreiben der VEB Energieverteilung Rostock Trafoturm Heiligendamm
Konstruktionszeichnung der Turmstation Heiligendamm
Fotos: Hildegard Rzymann, 2010
Die Abbildungen zeigen die Konstruktionszeichnung eines Trafoturms in Heiligendamm an der Ostsee und zwei Schreiben der VEB Energieverteilung Rostock aus dem Jahr 1953.

 
Innenansicht eines Trafoturms vor dem Abriss
Einblick in einen Trafoturm vor dem Abriss
Foto: Fülberth-Maria Köttker, 2010
Selten gelingt ein Einblick in einen intakten, funktionsfähigen Trafoturm, natürlich sind sie aus Sicherheitsgründen (Hochspannung) abgeschlossen. Mit der obigen Abbildung konnte ein seltener und gefahrloser Einblick in einen offenstehenden, bereits für den Abriss leergeräumten Turm gewonnen werden. Früher ging die Hochspannung an einer Seite rein, wurde mittels Stützisolatoren über den Stahlträger geführt um an der anderen Seite wieder als Freileitung weitergeführt zu werden. Von dieser Sammelschiene auf dem Träger führten nun an den Seitenwänden Stromschienen über Stützer an der Wand herunter zum Trennschalter und Sicherungshalter, welcher vom Boden aus mit einer langen Stange bedient werden konnte. Über einer kleinen Grube im Boden stand der eigentliche Transformator. Die Grube sollte im Fehlerfall auslaufendes Öl auffangen. Das war Gewässerschutz wie vor 100 Jahren. Durch das Seitentürchen konnte eine Schalttafel, meist aus Marmor, bedient werden. Heute steht dann meistens noch Straßenbeleuchtung drauf, wenn nicht neben dem Turm dafür ein kleiner grauer Kabelschrank eingerichtet wurde. Wenn man bedenkt, was dafür heute effektiv noch an Platz benötigt wird, dann nehmen sich solche Bauten nahezu als Strompaläste aus.
Ganz auffällig sind die Brandspuren an der Decke. Durch ein Ereignis (Blitzschlag, oder Tropfwasser vom Dach, Schmutz, eingedrungene Vögel...) können Lichtbogenüberschläge in die Decke entstehen, welche ja geerdet ist. Grund für die Brandspuren auf diesem Bild war ein Abreißlichtbogen während eines Schaltvorgangs. Auf dem erkennbaren Stahlträger war seinerzeit ein Trennschalter montiert, welcher mittels Stange vom Boden aus bedient werden konnte. Da nur eine von drei Phasen diese Brandflecken herbeigeführt hat, wäre es denkbar, dass dieser Schalter nicht wie üblich gleichzeitig unterbrochen hat. Möglicherweise hat es dort ein wenig gehakelt oder geruckelt und schon entstand ein Lichtbogen, der seinen Weg in die Decke fand um zu verlöschen. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass moderne Anlagen nunmehr lichtbogensicher gebaut werden. Droht damit wenigstens dem Bedienpersonal keine Gefahr mehr.

 

Trafostation Baind 1 Trafostation Baind 2 Trafostation Baind 3 Trafostation Baind 4
Trafostation Baind 5 Trafostation Baind 6 Trafostation Baind 7 Trafostation Baind 8 Trafostation Baind 9
Einblick in die stillgelegte Trafostation Baind
Fotos: Richard Molke, 2007
Wir sehen hier die elektrische Einrichtung der Trafostation Baind, wie sie zuletzt noch in Betrieb war, bevor die Station stillgelegt wurde und die gesamte technische Anlage abgebaut und ausgeräumt wurde. Abgebildet sind u.a. die Zugangsbarriere aus Holz, der ABB/ASEA-Transformator in Hermetikausführung aus dem Jahr 1983, Sicherungstrennschalter, Schaltgestänge und EuK-Garnitur. Die Gerätschaften und ihr Zusammenhang im Trafoturm sind ausführlich und mit weiteren Fotos in unserer Fotodokumentation der Trafostation Baind beschrieben.
 

Innenansicht Trafostation Radolfzell Gueterbahnhof 1 Innenansicht Trafostation Radolfzell Gueterbahnhof 2
Einblick in eine stillgelegte Trafostation in Radolfzell am Bodensee
Fotos: Pit Fischer, 2011
Die Fotos wurden von außen durch das Metallgitter am Fenster der Trafostation Güterbahnhof Radolfzell gemacht. Zunächst fällt der Metallrahmen an der Wand auf. Dies ist ein Trägergestell für eine Niederspannungsschalttafel, der Stabilität des verwendeten Winkelstahls nach zu urteilen für eine Tafel aus Marmor (siehe auch unter Schalttafeln). Die Zuleitungen sind noch erkennbar. Die Kabel wurden in sog. Bergmann-Rohr verlegt (ehemaliger Hersteller). Auch der Kunstaspekt ist hier interessant: Achten Sie auf die Bordüre an der Rückwand des Metallgestells. Zunächst dachten wir an Kabelschellen, die Regelmäßigkeit deutet aber auf ein Muster hin. Es wäre zumindest denkbar, dass auch auf dem Fußboden bestimmte Verlegeformen von Platten auftauchen, die aber leider von außen durch das Fenstergitter nicht erkennbar sind. Man merkt hier ganz deutlich, dass nicht nur ein Zweckbau errichtet worden war, nein auch der Ästhetik sollte genügt werden. Kunst am Bau auch innen. Ebenso die Geländerschnecke. Wer würde heute an so etwas denken? RWE, E-on, EnBW, Vattenfall? Die Fertigung der Treppe in genieteter Bauweise ist ebenso typisch für ein Bauwerk der ersten 25 Jahre des 20. Jahrhunderts. Man hat damals alles genietet, sogar das Empire State Building (wenn auch in den 30ern). Die Türenbauweise mit den Kreuzen zur Stabilisierung ist oft noch auf alten Planskizzen aus der Erbauungszeit zu entdecken. Auch hier: Originale soweit das Auge reicht.
Hier sind so viele Elemente zeitgenössischen Bauens zu finden, dass wir versuchen werden, unsere Fotodokumentation noch auszuweiten. Solche Einblicke findet man nahezu nicht mehr.

 

Trafostation Vaux-et-Chantegrue 1 Trafostation Vaux-et-Chantegrue 2 Trafostation Vaux-et-Chantegrue 5 Trafostation Vaux-et-Chantegrue 4 Trafostation Vaux-et-Chantegrue 3
Einblicke in die stillgelegte Trafostation in Vaux-et-Chantegrue, Frankreich
Fotos: Richard Molke, 2012
Hier erlaubte die offen stehende Tür einen Blick in das Innere einer stillgelegten Turmstation in Vaux-et-Chantegrue, Département Doubs (französischer Jura). Hier ist praktisch alles noch vorhanden - das reinste Museumsstück. Sogar die Zähler und Rapportbücher sind noch dort. Am Schmutz auf dem Trafo sieht man, dass die Anlage schon länger nicht mehr in Betrieb ist. Solche Ablagerungen müssen normalerweise regelmäßig entfernt werden, begünstigen sie doch Überschläge und damit Folgeschäden. Zwischenzeitlich kann man das heute sogar nach der AUS-Methode machen, das bedeutet unter Spannung. Die abgebildeten Armaturen würden wir auf die 1950er bis 60er Jahre datieren. Die Schalttafel selbst hat schon etliche Erneuerungen hinter sich, was die Bohrlöcher verraten. Das zweite Foto von rechts zeigt einen geöffneten Lasttrenner mit eingeklipsten NH-Sicherungen.
Das Foto ganz rechts zeigt das Plakat mit den Bedienungsvorschriften (Ordre de service). Solche Schilder und Plakate konnten wir bereits mehrfach auf unserer Themenseite Vorschriften und Anleitungen zur Ersten Hilfe dokumentieren.

 

Trafostation Doernach 1 Trafostation Doernach 2 Trafostation Doernach 3 Trafostation Doernach 4 Trafostation Doernach 5 Trafostation Doernach 6
Trafostation Doernach 7 Trafostation Doernach 8
Einblick in eine moderne Trafostation in Dörnach
Fotos: Matthias Thalmeier, 2014
Bei der Turmstation im Großraum Reutlingen/Baden-Württemberg handelt es sich um eine 10 kV Anlage, die in Betrieb ist. Siehe ausführlich unter Trafostation 757N390 Burgstraße in Dörnach
 

Trafostation Walddorf Baindweg 1 Trafostation Walddorf Baindweg 2 Trafostation Walddorf Baindweg 3 Trafostation Walddorf Baindweg 4 Trafostation Walddorf Baindweg 5 Trafostation Walddorf Baindweg 6 Trafostation Walddorf Baindweg 7 Trafostation Walddorf Baindweg 8
Einblick in eine in Betrieb befindliche Turmstation in Walddorf
Fotos: Matthias Thalmeier, 2014
Bei der Turmstation im Großraum Reutlingen/Baden-Württemberg handelt es sich um eine 10 kV Anlage, die in Betrieb ist. Siehe ausführlich unter Trafostation Walddorf Baindweg
 

Innenansicht UST Schule in Gniebel 1 Innenansicht UST Schule in Gniebel 3 Innenansicht UST Schule in Gniebel 4 Innenansicht UST Schule in Gniebel 6 Innenansicht UST Schule in Gniebel 8 Innenansicht UST Schule in Gniebel 2
Einblicke in die UST Schule in Pliezhausen-Gniebel (Lkr Reutlingen) vor dem Abriss 2008
Fotos: Matthias Thalmeier, 2007
Die Aufnahmen zeigen an der Wand das gelbe Plakat mit den Erste-Hilfe-Anleitungen und eine alte EuK-Garnitur. Damit wurde vor Beginn der Arbeiten die Anlage geerdet und kurzgeschlossen.
"Eine Erdungs- und Kurzschließeinrichtung (EuK) ist ein elektrotechnisches Anlagenteil, das nach Feststellen der Spannungsfreiheit dazu dient, ein aktives Anlagenteil allpolig zu erden und kurzzuschließen (Regel 4 der Fünf Sicherheitsregeln). Im Fehlerfall (fälschlicherweises Unterspannungsetzen des freigeschalteten Anlagenteils) wird die Einspeisespannung kurzgeschlossen, es kann keine unzulässig hohe Berührungsspannung entstehen und die vorgeordneten Schutzorgane (Sicherungen, Schutzrelais etc.) trennen das Anlagenteil von der Einspeisequelle." (Quelle: Wikipedia)
Das entspricht auch den Teilschritten auf dem dunkelblauen Schild an der Wand. Dort sind die 5 Sicherheitsregeln nochmals notiert.
Die Aufnahmen wurden im Jahr vor dem Abriss von außen durch ein Fenster gemacht.

 

Trafoturm Hausen an der Aach 16 Trafoturm Hausen an der Aach 20 Trafoturm Hausen an der Aach 33 Trafoturm Hausen an der Aach 58 Trafoturm Hausen an der Aach 56 Trafoturm Hausen an der Aach 47 Trafoturm Hausen an der Aach 51
Trafoturm Hausen an der Aach 48 Trafoturm Hausen an der Aach 49 Trafoturm Hausen an der Aach 41 Trafoturm Hausen an der Aach 50 Trafoturm Hausen an der Aach 54 Trafoturm Hausen an der Aach 53 Trafoturm Hausen an der Aach 52
Einblicke in die stillgelegte Turmstation in Hausen an der Aach
Fotos: Pit Fischer, 2011
Hier zeigen wir Innenaufnahmen der stillgelegten Trafostation in Hausen an der Aach bei Singen am Hohentwiel.
Obere Reihe:
Auf der Abbildung links ist die gemauerte Ölauffangwanne zu sehen, auf der früher der ölgefüllte Transformator, das Kernstück der Anlage, stand. Vermutlich hat man hier einfach einmal "rumgemauert" und Bleimenningfarbe zur Dichtung reingestrichen, um im Fehlerfall das auslaufende Öl einzudämmen. Andere Türme hatten dafür Gruben unter dem Trafo. Das zweite Bild von links zeigt eine Art "Nische". Das dürfte die von außen zugemauerte kleine Seitentür für die heute oftmals mit "Straßenbeleuchtung" beschilderte Schalttafel gewesen sein. Nebenan sieht man durch die fehlende Wandfarbe, dass dort die zentrale Niederspannungsverteilung als Schalttafel sowie Sicherungshalter montiert waren. Von dort ging die Niederspannung an der Innenwand wieder hoch zu den 4 Isolatoren Richtung Ortsnetz.
Die Fotos in der Mitte zeigen die Leiter, die ins Obergeschoss führt. Ganz rechts (bereits im Obergeschoss) ist die Konterverschraubung der 4 kleinen weißen Isolatoren an der Außenwand zu sehen.
Untere Reihe:
Die Aufnahmen zeigen weitere Details im Obergeschoss: links die Isolatoren (Wanddurchführungen für die 15 KV Mittelspannung) von innen. Wie man sieht, sind genügend Spinnweben und ihre verhungerten Bewohner vorhanden. Aus diesem Grund war es nötig, gelegentlich mit einem isolierten Besen (hier nicht mehr vorhanden) die Teile der Mittelspannung zu reinigen. Dieser ganze Modder (Staub, Fliegen, Netze usw.) konnte Feuchtigkeit aus der Luft anziehen und damit einen Lichtbogenüberschlag einleiten.
Die Funktion der kleinen runden Töpfe auf den drei rechten Abbildungen konnten wir nicht deuten. Evtl. könnten es Halterungen für stationseigenes Bedienwerkzeug gewesen sein (Schaltstange, EuK-Garnitur, Besen), wahrscheinlich jüngeren Datums.

 

Wickmannstation Kieswerk Neubrunn 1 Wickmannstation Kieswerk Neubrunn 2 Wickmannstation Kieswerk Neubrunn 3 Wickmannstation Kieswerk Neubrunn 4 Wickmannstation Kieswerk Neubrunn 5 Wickmannstation Kieswerk Neubrunn 6 Wickmannstation Kieswerk Neubrunn 7 Wickmannstation Kieswerk Neubrunn 8 Wickmannstation Kieswerk Neubrunn 9
Einblicke in eine abgewrackte Wickmann-Station am Kieswerk Neubrunn
Fotos: Pit Fischer, 2012
Hier sehen wir Innenaufnahmen der stillgelegten Wickmann-Blechstation beim Kieswerk Neubrunn bei Illmensee in Oberschwaben.
Neben einer noch in Betrieb befindlichen Trafostation liegt diese bereits abgebaute, die wohl auf die Verschrottung wartet. Das Wrack wurde offensichtlich schon ausgeschlachtet, der Trafo fehlt. Ebenso wurden die HH-Sicherungseinsätze bereits ausgebaut, die Verkabelung liegt am Boden. Einzig die Überspannungsableiter neben den Einführungen am Kopf sind noch dran. Auf dem Trennschalter ist das Typenschild von AEG zu sehen. Daraus lässt sich ableiten, dass diese Trafos in Zusammenarbeit zwischen Wickmann und AEG entstanden. Weiterhin sieht man die Reste der Niederspannungsschalttafel mit Sicherungshalter und Anzeigegeräten für Spannung und Stromstärke sowie einige kleine Steckdosen zum direkten Anschluss von Geräten.
Die Wickmann-Blechstationen sind typische Erzeugnisse der (späten) 1960er Jahre. Das beweist auch die Verwendung der Stützer aus Kunstharz im Innern. Meistens befanden bzw. befinden sich Kleintrafos von AEG darin. Der Vorteil der Blechkisten war die flexible Aufstellungsmöglichkeit, bevorzugt für den Einsatz an Baustellen oder wie hier in Kieswerken. War in der Nähe eine Mittelspannungs-Leitungstrasse verfügbar, konnte man mal eben ankoppeln. Die Leistung von 50kVA ist mehr als ausreichend für solche Zwecke und belastet ein vorhandenes Netz nicht sonderlich.
Siehe ausführlich auch in unserem Kapitel Wickmann-Stationen.


Weitere Einblicke in Turmstationen

Trafostation Bleiche bei Tuttlingen aus den 1910er Jahren
Stillgelegter Trafoturm Glarisegg bei Steckborn (Schweiz)
Der Rapunzelturm in Oftringen (Schweiz)
Stillgelegte Turmstation Leipheim Riedweg
Denkmalgeschützter Trafoturm Grimmelshofen im Hotzenwald

 
Die Schaltanlage einer Turmstation

Einblicke 6 Einblicke 3 Einblicke 2 Einblicke 1 Einblicke 4 Einblicke 5 Warntafel
Innenansichten eines Trafoturms vor dem Abbruch
Fotos: Richard Molke, 2011
Hier sind bereits begonnene Demontagen erkennbar. Dennoch sind wichtige Elemente noch vorhanden. Es handelt sich dabei um die Reste einer luftisolierten Schaltanlage der Marke Siemens aus den 60er Jahren.
Gut zu erkennen sind die eingeführten Erdkabel im Bild ganz links. Von dort ging es unmittelbar auf bereits abgebaute Messwandler, bevor ein Trennschalter diesen Abzweig zu einer privaten Trafostation von bzw. an die im zweiten Bild von links gezeigte Sammelschiene schaltete. Dies geschah über ein Gestänge, welches durch einen Hebel außerhalb der im Betrieb verschlossenen Zellentür betätigt werden konnte.
Das dritte Bild von links zeigt einen weiteren Abgang von der Sammelschiene. Dort ist der gleiche Trennschalter zu sehen, jedoch in geschlossener Form.
Bild 4 und 5 von links gehören zusammen. Sie zeigen jeweils ein Ende eines HH-Sicherungshalters. Die Einsätze wurden bereits entfernt. Sie waren in die erkennbaren Klammern eingeklippt. Solche Schaltanlagen waren nötig, wenn mehrere Mittelspannungsleitungen vereinigt und zu- bzw. abgeschaltet werden mussten. Selbst in großen Türmen war dafür kaum Platz und es mussten Nebengebäude errichtet werden. Dennoch zählte diese Schaltanlage zu einer moderneren Bauform. Keine ölhaltigen Schalter, Aluminiumschienen statt Kupfer und Messing, Kunstharz statt Porzellanisolatoren. Im Vergleich zu heutigen SF 6 Anlagen trotzdem museal und unter dem Strich aus technischer Sicht nur noch ein Haufen Metallschrott. (Der Turm selbst ist bereits leer.) Das Foto ganz rechts zeigt das Warnschild, das innen an der Schaltanlage angebracht war.

 
Die elektrische Anlage einer Museums-Turmstation von 1918

Umspannstation Wildes Ried 16 Umspannstation Wildes Ried 17 Umspannstation Wildes Ried 18 Umspannstation Wildes Ried 19 Umspannstation Wildes Ried 21 Umspannstation Wildes Ried 20
Innenaufnahmen aus der Trafostation Wildes Ried in Kürnbach
Fotos: Pit Fischer, 2011
Der Trafoturm aus der Frühzeit der Elektrifizierung Oberschwabens ist im Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach im Landkreis Biberach zu besichtigen.
Erstes und zweites Bild von links:
Hier ist die Niederspannungsschalttafel mit Verbrauchsmessung zu sehen. Hier waren früher wohl zwei Zähler montiert. Auf der Schalttafel aus Marmor befinden sich unten die beiden Hauptschalter für die beiden abgehenden Stromkreise. In der Mitte findet sich ein Sicherungshalter für die Aufnahme von Sicherungsdrähten. Diese mussten früher noch bei Bedarf lose eingespannt werden, heute gibt es dafür NH Sicherungseinsätze und spezielles Werkzeug bzw. Lasttrenner, die gefahrenfrei für das Bedienpersonal gleichzeitig alle drei Phasen unterbrechen. Neben diesem Sicherungshalter befindet sich ein Drehschalter, welcher die Einschaltung der beiden Drehspulmeßgeräte in die einzelnen Phasen erlaubte. So konnte überprüft werden, ob die angeschlossene Last in etwa gleich auf alle drei Phasen verteilt war und welche Ströme in den einzelnen Zweigen flossen. Es befinden sich noch einige kleinere Schraubsicherungen der Größe K2 auf der Tafel. Sie dienten mutmaßlich als Zählervorsicherungen sowie zur Absicherung der Beleuchtung im Turm. Über der Schalttafel befinden sich drei Bauelemente, deren Funktion nur vermutet werden kann, da ihre Bauform und Platzierung längst überholt ist: Überspannungsableiter (Blitzschutz) für die abgehenden Niederspannungsleitungen.
Neben der Schalttafel hängen diverse Tafeln an der Wand. Dabei handelt es sich um VDE-Vorschriften sowie Hinweise zur Ersten Hilfe.
Die kleine gelbe Tafel zeigt das Schaltungsschema der Station. In der Ecke steht eine (vermutlich) umgebaute Schalterstange. Regelmäßig mussten die Anlagen von Staub und Spinnweben gereinigt werden. Um an die Anlagenteile zu kommen, brauchte es lange Besen. Damit nicht immer die Station abgeschaltet werden musste, befestigte man solche Bürsten an isolierenden Stangen. Auch heute wird die Wartung von Stationen nach der AUS-Methode angewendet (Arbeiten unter Spannung). Eine weitere Stange fehlt. Damit wurde der Trennschalter im ersten Stock betätigt. Dorthin führt die an der Wand montierte Leiter auf Bild 4 und 5 von links.
Bild drei von links:
Das Foto zeigt den Kern der ganzen Anlage, den ölgefüllten Transformator. Ihm wird die Hochspannung über die an der Wand geführten Kupferstangen zugeführt. Sie kommen aus dem oberen Stockwerk und führen nach dem Trennschalter mittels Durchführungen in der Decke zum Trafo. Um unbeabsichtigte Berührung oder auch nur Annäherung dieser Leitungen zu verhindern, wurden großflächige Metallgitter angebracht (Bild 6).
Auf dem Transformator sitzt ein Tank, der Ölkonservator. Er sorgt dafür, dass sich das Öl im betriebswarmen Zustand ausdehnen kann. Moderne Öltrafos haben im Gegensatz zu diesem Modell einen Kessel mit Kühlrippen zur Wärmeableitung. Unter dem Ölkonservator gehen die Niederspannungsleitungen sowie der Neutralleiter ab. Sie führen zu einem freistehenden Sicherungshalter (heute undenkbar) nach gleichem Muster wie auf der Schalttafel. Danach verschwinden sie im Boden um hinter der Schalttafel wieder zu erscheinen.


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Stand: 13. April 2015
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