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Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Nach einer Weile braucht er auch einen Schnaps. (Woody Allen)
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Stromhäusle in und um Stühlingen

Zur Stadt Stühlingen gehören auch die Dörfer Bettmaringen, Blumegg, Eberfingen, Grimmelshofen, Lausheim, Mauchen, Oberwangen, Schwaningen, Unterwangen und Weizen:
 
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Der alte Trafoturm in Grimmelshofen
Fotos: Pit Fischer, 15. Oktober 2011

Wir erreichen Grimmelshofen über die B314 von Stühlingen Richtung Fützen. Der alte Trafoturm liegt etwas außerhalb am Ortsende an der Herrenwiese 1, von der Wutachstraße aus unter der Unterführung der berühmten "Sauschwänzlebahn" (Wutachtalbahn) durch. Auf einigen der Fotos ist die Bahntrasse und Unterführung zu sehen. Leider kam zum Zeitpunkt der Fotos gerade kein Dampfzug vorbei. Im Gegensatz zu vielen anderen Museumsbahnen verkehren zwischen den Bahnhöfen Weizen und Zollhaus-Blumberg nämlich nicht nur die niedlichen kleinen Schnauferl-Dampfloks, sondern schwarze Giganten der Schiene wie die 86 333.

Die Trafostation steht unter Denkmalschutz. Das genaue Baujahr ist uns nicht bekannt, aber das Türmchen stammt mit Sicherheit aus der ersten Generation der Stromversorgung Anfang des 20. Jahrhunderts. Laut Auskunft des Nachbarn ist das Trafohäuschen vermutlich im Zusammenhang mit der Elektrifizierung des örtlichen Sägewerks entstanden.
Unter dem bröckelnden Putz ist die massive Bauweise aus Natursteinen zu erkennen. Leider ist diese imposante denkmalgeschützte Turmstation von beginnender Baufälligkeit bedroht: Durch das beschädigte Dach, die kaputten Fenster und die schadhafte Tür ist die Bausubstanz ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Hier wären nach Auskunft des Nachbars Sponsoren gern gesehen, die durch erhaltende Maßnahmen den Verfall aufhalten könnten. Mit Reparaturen des Daches, der Fenster und der Tür wäre schon viel geholfen. Schließlich ist dieses technikgeschichtliche Denkmal auch für die Fahrgäste und Eisenbahnfreunde der Sauschwänzlebahn ein markanter Punkt und eine weitere Sehenswürdigkeit auf der historischen Bahnstrecke, zumal sich der Turm wirklich wunderschön in die herrliche Landschaft entlang der spektakulären Trasse einfügt. Wollen wir hoffen, dass sich seit unseren Fotoaufnahmen 2011 vielleicht schon etwas entwickelt hat und dieses Baudenkmal nicht eines Tages endgültig in unserer Abteilung der schönsten Trafoturm-Ruinen abgelegt werden muss.
Die Trafostation Grimmelshofen ist auch Bildband von Illo-Frank Primus, Geschichte und Gesichter der Trafostationen auf Seite 106 mit einem Foto vertreten.


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Interessante technikgeschichtliche Details am Trafoturm Grimmelshofen
An den Fassaden sind die ursprünglichen Stahlträger sowohl für die Mittel- als auch die Niederspannung sowie einige Isolatoren erhalten.
Die ankommende Freileitungs-Trasse der Mittelspannung war ursprünglich an Stützenisolatoren auf dem Stahlträger abgespannt (Fotos ganz rechts). Später wurde jedoch auf eine abgespannte Leitungsbefestigung etwa durch VK- oder Stabisolatoren oder einzelne Kappenisolatoren abgeändert. Die neueren, verzinkten Klöppel an den nachträglich montierten Halteösen oberhalb des Mittelspannungs-Eingangs bestätigen diese Entwicklung. In diesem Bereich fällt die eingebaute "Wartungsluke" in der Giebelwand auf. Hier mag sich wohl auch der Zugang zum Dachgeschoss der Turmstation befunden haben, wir wissen es nicht mit letzter Gewissheit.
Auf der Türseite befindet sich der einzige ursprüngliche Niederspannungs-Abgang mit seinen noch vorhandenen vier Reichspostmodell-Isolatoren der Größe 1 (Foto 1 und 2 von links). Etwa 40 bis 50 Jahre später wurde an der Seitenwand ein weiterer Niederspannungs-Abgang mit vier braunen Rillentellerisolatoren angebracht (drittes Bild von links). Bereits das verwendete Zuleitungskabel aus dem Inneren der Station (siehe unten) lässt dabei auf die 1960er oder frühen 70er Jahre schließen.


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Innenaufnahmen mit den Resten der elektrischen Anlage, von außen durch die kaputte Tür fotografiert
Auf dem Foto ganz rechts erkennt man das ursprüngliche Kabelmaterial an der Textilisolation, welche besonders im Umfeld der Innenenansicht bei der Schalttafel zu erkennen ist. Ebenso sieht man auf diesem Bild ein abgeknicktes sog. Bergmann-Rohr aus Metall. Darin wurden die einzelnen Leiter an den Wänden von der Schalttafel zum Transformator bzw. zum Abgang an der Hauswand geführt. Trafoturm Grimmelshofen 8 Jeweils zu Beginn und Ende eines solchen Metallrohres wurden die scharfen Metallkanten durch Einführungsringe aus Porzellan abgemildert (mittleres Foto) bzw. an der Außenseite der Hauswand durch eine Schutztülle aus Porzellan (nebenstehendes Foto) gegen eindringende Feuchtigkeit nach oben gesichert.
Neben der Schalttafel aus Marmor im Inneren des Turmes sieht man die obligatorischen Schutzgitter gegen die unzulässige Annäherung an unter Spannung stehende blanke Leiter der Mittelspannung. Hinter diesem Gitter sind ebenso drei Blitzschutzelemente des ersten Niederspannungs-Abgangs zu erkennen (mittleres Bild). Diese haben offensichtlich schon deutlich auf eine Überspannung reagiert: Ihre Einhausung aus Porzellan ist völlig zerstört. Dafür wird nun der Blick frei auf die geschichtete Löschfunkenstrecke im Innern dieser Ableiterelemente. Ein vollständiges Exemplar eines solchen Ableiters nach AEG-Patent findet sich über der Schalttafel der Museumsstation in Kürnbach (zu sehen auf diesem Foto). Auch die erweiterte Ausführung eines solchen Ableiters wie hier in Grimmelshofen zu sehen, vermochte nicht, diese Überspannung schadlos zu überstehen. Hier flogen einst die Fetzen in der Station.


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Der Trennschalter für die Zu- und Abschaltung des Transformators seitens der Oberspannungsseite ist augenscheinlich jüngeren Datums. Hier wurden Stützer der Baureihe SA 20 verbaut. Diese unterscheiden sich von den glattwandigen Innenraumstützern früherer Zeiten. Auch der Eingang der Mittelspannung hat große Ähnlichkeit mit der verglasten Front der Museumsstation in Kürnbach. Ehemals geteilte Glasscheiben erlaubten eine kleine Öffnung für den eintretenden Leiter.
Wer sich für das Innenleben von Trafohäuschen interessiert, findet weiteres Material auf unserer Seite Innenansichten und Konstruktion von Trafostationen.

 

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Das Stromhäusle Untere Alp bei Mauchen: heute eine Schnapsbrennerei
Fotos: Pit Fischer, 15. Oktober 2011
Die ehemalige Trafostation befindet sich beim Gasthaus Engel, Zur Unteren Alp 3, an der L 169 zwischen Stühlingen und Bonndorf im Südschwarzwald. Der untere Teil des Turms dient jetzt als Lagerraum der Brennerei (Bilder in der Mitte) - ein gelungenes Beispiel dafür, wie solch ein technisch überflüssig gewordenes Türmchen, das sich harmonisch in das Gebäude-Ensemble einfügt, einer sinnvollen neuen Verwendung zugeführt werden kann. Die Arbeit des alten Trafos hat inzwischen eine moderne Maststation übernommen (Bild ganz rechts).
Das Gehöft "Untere Alp Engelwirtshaus" gehört zum Dorf Mauchen. Das gemütliche Gasthaus in der wunderschönen Hotzenwald-Landschaft lädt zum Einkehren ein.
Herzlichen Dank an den Engelwirt für die freundliche Erlaubnis der Innenaufnahmen!
Weitere Beispiele für neue Nutzungen stillgelegter Trafostationen gibt es in unserer Rubrik Umfunktionierung von Trafohäuschen.


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bei den Fotografen und Fotografinnen

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Stand: 13. April 2015
Carpe diem

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