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Trafohäuschen in und um Singen

Zur Stadt Singen am Hohentwiel gehören auch die Dörfer Beuren an der Aach, Bohlingen, Friedingen, Hausen an der Aach, Schlatt unter Krähen und Überlingen am Ried.

Altes E-Werk Singen 2 Altes E-Werk Singen 1 Altes E-Werk Singen 3 Altes E-Werk Singen 4 Altes E-Werk Singen 5 Altes E-Werk Singen 6
Das E-Werk Singen von 1912
Fotos: Pit Fischer, 16. März 2012
Die Bezeichnung "Trafohäuschen" wirkt hier reichlich untertrieben, hier wäre eher "Trafopalast" zutreffend. Das denkmalgeschütze Umspannwerk ist ein einzigartiges Dokument der Industriearchitektur. Viele der Hegau-Dörfer bezogen von hier die Elektrizität, z.B. auch die Trafostation Hausen an der Aach.
Siehe ausführlich unter: Das E-Werk Singen von 1912

 

Beuren an der Aach 1 Beuren an der Aach 8 Beuren an der Aach 9 Beuren an der Aach 21 Beuren an der Aach 7 Beuren an der Aach 10 Beuren an der Aach 16 Beuren an der Aach 22
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Die Trafostation Beuren an der Aach Kirche
Fotos: Friedbert Kowalsky, 2009 (Bild links oben) und Pit Fischer, 2011 (alle anderen Bilder)
Dieser hübsche B&B-Turm ("Bächle & Bänkle") aus der Frühzeit der Hegau-Elektrifizierung steht an der Wanderwegkreuzung in der Kirchstraße, am Ufer der Radolfzeller Aach. Aus dem Ortsbild ist er nicht mehr wegzudenken: Das Duo, das er zusammen mit dem Kirchturm bildet, ist quasi die Doppelspitze des Dorfs. Eine Bank lädt müde Wanderer zur Rast und Besinnung ein, während das Wasser der Aach sich wie schon seit Jahrtausenden auf den Weg zum Bodensee macht - und von dort über den Rhein zur Nordsee.
In der unteren Reihe ist der neue Trafo zu sehen. Aus der Detailabbildung in der Mitte ist ersichtlich, dass hier früher eine 20 kV-Überlandleitung von Wiechs-Friedingen angekommen war.
Von diesem für die Gegend typischen Bautyp stehen noch mehrere Exemplare im Landkreis Konstanz, z.B. in Hausen an der Aach, Orsingen und Espasingen.

 

Trafoturm Hausen an der Aach 2 Trafoturm Hausen an der Aach 4 Trafoturm Hausen an der Aach 15 Trafoturm Hausen an der Aach 5 Trafoturm Hausen an der Aach 11 Trafoturm Hausen an der Aach 1 Trafoturm Hausen an der Aach 10
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Der Trafoturm Hausen an der Aach
Fotos: Pit Fischer, 4.11.2011 (Innenaufnahmen siehe weiter unten)
Dieser schöne alte Turm mit einem angebauten Milchhäusle steht in der Straße "Am Bach 3". Das nachträglich angebaute Milchhäusle hat die Adresse Am Bach 5. Zu finden ist es von der Ortsmitte aus Richtung Friedingen, an der Ecke Riedweg beim Gasthaus zur Sonne. Auch hier bildet das Türmchen wie in Beuren an der Aach eine hübsche Doppelspitze mit dem Kirchturm. Auf dem Dach dürfte früher eine ähnliche Metallspitze wie in Beuren und Orsingen gewesen sein.
An dieser Station ist sehr schön die zweite Epoche der Anschlussgestaltung zu sehen: vier eingelassene Maueranker, an denen früher Reichspostmodell-1 Isolatoren befestigt waren. Dies ist die Nachfolgebauart nach den Stahlträgern, wie sie z.B. in Medulin, Kürnbach und Merkendorf zu sehen sind. Es ist sehr selten, dass man das im Laufe der Jahre nicht geändert hat. Die Wanddurchführungen sind im Schrägsitz eingebaut.
Bis zur Eingemeindung nach Singen um 1971 gab es eine dorfeigene Stromversorgung. Die Energie wurde vom Kraftwerk Laufenburg (am Hochrhein) über das alte E-Werk Singen in der Duchtlinger Straße bezogen und an die Gemeindemitglieder weiterverkauft. Ein Dorfbewohner übernahm im Auftrag der Gemeinde nebenberuflich die Stromablesung und Abrechnung, auch das Abkassieren der Stromgebühren. Lange Zeit war dies die Haupteinnahmequelle der früher selbstständigen Gemeinde Hausen an der Aach. In den 70er Jahren wurden die Freileitungen abgebaut und unterirdisch verlegt, die Energieversorgung ging vom Dorf auf die Thüga Energie GmbH in Singen über.
Um auch noch ausreichend Spannung für die abgelegeneren Gehöfte zu liefern, war die Ausgangsspannung des alten Transformators 250 Volt. Dies führte dazu, dass in den dichter gelegenen Häusern die Spannung wesentlich höher war als die erforderlichen 220 Volt und bewirkte einen erhöhten Verschleiß an Elektrogeräten. Z.B. gingen die empfindlichen Fernseher öfter mal kaputt.
Die stillgelegte Turmstation hätte vom Energieversorger bereits abgerissen werden sollen, ist aber nun in Privatbesitz und kann vorerst stehenbleiben - solange wegen Baufälligkeit oder Neuplanung kein konkreter Grund für einen Abbruch vorliegt.
Bilder untere Reihe: Die Aufnahmen zeigen Detailabbildungen der Isolatoren von außen. Über die vier kleinen weißen wurde die Niederspannung (hier 250 Volt) mittels Freileitungen in die Haushalte transportiert. Sie wurden wahrscheinlich noch mit Hanf oder Schwefel aufgedreht. Die drei großen braunen Wanddurchführungen haben die vom E-Werk Singen kommende 15 kV Mittelspannung in das Turminnere zum Transformator geleitet. Sie dürften aus den späten 50er Jahren stammen. Das Baujahr ist an einer Seite eingestempelt, dafür müsste man sie aber ausbauen. Auf den Abbildungen rechts ist die Tür zu sehen, ganz rechts das neben der Tür befindliche in der Wand eingelassene Schlüsselkästchen. Es handelt sich jedoch nicht mehr um die Originalschlösser.

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Innenaufnahmen obere Reihe: Auf der Abbildung links ist die gemauerte Ölauffangwanne zu sehen, auf der früher der ölgefüllte Transformator, das Kernstück der Anlage, stand. Vermutlich hat man hier einfach einmal "rumgemauert" und Bleimenningfarbe zur Dichtung reingestrichen, um im Fehlerfall das auslaufende Öl einzudämmen. Andere Türme hatten dafür Gruben unter dem Trafo. Das zweite Bild von links zeigt eine Art "Nische". Das dürfte die von außen zugemauerte kleine Seitentür für die heute oftmals mit "Straßenbeleuchtung" beschilderte Schalttafel gewesen sein. Nebenan sieht man durch die fehlende Wandfarbe, dass dort die zentrale Niederspannungsverteilung als Schalttafel sowie Sicherungshalter montiert waren. Von dort ging die Niederspannung an der Innenwand wieder hoch zu den 4 kleinen weißen Isolatoren Richtung Ortsnetz.
Die Fotos in der Mitte zeigen die Leiter, die ins Obergeschoss führt. Ganz rechts (bereits im Obergeschoss) ist die Konterverschraubung der 4 kleinen weißen Isolatoren zu sehen.
Innenaufnahmen untere Reihe: Die Aufnahmen zeigen weitere Details im Obergeschoss: links die Isolatoren (Wanddurchführungen für die 15 KV Mittelspannung) von innen. Wie man sieht, sind genügend Spinnweben und ihre verhungerten Bewohner vorhanden. Aus diesem Grund war es nötig, gelegentlich mit einem isolierten Besen (hier nicht mehr vorhanden) die Teile der Mittelspannung zu reinigen. Dieser ganze Modder (Staub, Fliegen, Netze usw.) konnte Feuchtigkeit aus der Luft anziehen und damit einen Lichtbogenüberschlag einleiten.
Die Funktion der kleinen runden Töpfe auf den drei rechten Abbildungen konnten wir nicht deuten. Evtl. könnten es Halterungen für stationseigenes Bedienwerkzeug gewesen sein (Schaltstange, EuK-Garnitur, Besen), wahrscheinlich jüngeren Datums.
Zum Vergleich haben wir weitere Innenansichten von Turmstationen dokumentiert, auch einige Einblicke in Schaltanlagen dokumentiert.

Von diesem im Hegau typischen Bautyp stehen noch mehrere Exemplare im Landkreis Konstanz, z.B. in Beuren an der Aach, Orsingen und Espasingen.
Herzlichen Dank an die Besitzerfamilie für die Auskünfte und die Erlaubnis der Innenaufnahmen! Solche Hintergrundinformationen und Einblicke in das Innere einer alten Trafostation sind selten zu bekommen.

 
Station Schlatt unter Kraehen 3 Station Schlatt unter Kraehen 1 Station Schlatt unter Kraehen 2 Station Schlatt unter Kraehen 6
Die Station Schlatt 1
Fotos: Pit Fischer, 2011
Die Station Nr. 258 Schlatt 1 steht im Erlenweg des Dorfs Schlatt unter Krähen, am Fuß der Hegauvulkane. Von hier hat man eine schöne Aussicht auf den Hohentwiel und den Hohenkrähen.


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Stand: 20. März 2012
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