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Trafohäusle in und um Bad Saulgau

Zur Stadt Bad Saulgau gehören u.a. auch die Ortsteile Bolstern, Bondorf, Fulgenstadt, Schwarzach und Sießen.

Trafostation Saegewerk Platz 8 Trafostation Saegewerk Platz 2 Trafostation Saegewerk Platz 3 Trafostation Saegewerk Platz 5 Trafostation Saegewerk Platz 14 Trafostation Saegewerk Platz 16 Trafostation Saegewerk Platz 17
Trafostation Saegewerk Platz 1 Trafostation Saegewerk Platz 15
Trafostation, Säg- und Elektrizitätswerk Carl Platz 1899
Photos: Pit Fischer, 2011
In der Kernstadt von Bad Saulgau konnten wir nur noch diesen einzigen Trafoturm entdecken. Das Netz wurde bereits vor längerer Zeit modernisiert und unterirdisch verlegt. Dieses Dokument ländlicher Industriearchitektur steht in der Platzstraße 6 (Straße Richtung Hochberg), gegenüber von Kaufhaus X. Die Giebelinschrift (rechtes Bild untere Reihe) verrät uns, dass in diesem Werk um die vorletzte Jahrhundertwende nicht nur Holz gesägt, sondern auch Strom in Form eines Umspannwerks verarbeitet wurde: "Säg- und Elektrizitätswerk Saulgau Carl Platz 1899" (weitere solcher Umspannwerke siehe in unserer Rubrik E-Werke).
Das Innere der Anlage ist schon länger modernisiert. Die Schilder an den Blechtüren (linkes Bild untere Reihe) zeigen, dass hier Trafo I und II mit je 630 KVA untergebracht sind.
Folgen wir der Platzstraße weiter stadtauswärts Richtung Hochberg, so treffen wir beim Kieswerk Rack auf ein weiteres Trafohäuschen, das nachfolgend vorgestellt wird.
Weitere Informationen über den hübschen oberschwäbischen Kurort bietet die Webseite Schönes Bad Saulgau.

 
Trafoturm Kieswerk Rack 5 Trafoturm Kieswerk Rack 2 Trafoturm Kieswerk Rack 8 Trafoturm Kieswerk Rack 9 Trafoturm Kieswerk Rack 4 Trafoturm Kieswerk Rack 3 Trafoturm Kieswerk Rack 11
Trafoturm Kieswerk Rack 16 Trafoturm Kieswerk Rack 19 Trafoturm Kieswerk Rack 22 Trafoturm Kieswerk Rack 29 Trafoturm Kieswerk Rack 23 Trafoturm Kieswerk Rack 31
Der Trafoturm Kieswerk Rack
Fotos: Pit Fischer, 5.10.2012, untere Reihe: Wolfgang Radau, 11.6.2014
Das Trafohäuschen des Kieswerks Rack steht direkt am Eingang desselben in der Platzstrasse 35, schon außerhalb von Bad Saulgau am Ende des heutigen Gewerbegebiets. Die Platzstrasse führt nach Hochberg und hieß früher deshalb auch Hochberger Straße. 2012, als die ersten Fotos gemacht wurden, befand sich noch kein Schild mit dem Stationsnamen an der Tür. Zwei Jahre später (untere Bildreihe) erfahren wir nun den Namen: es handelt sich um die "Trafostation 108" im Netz der Stadtwerke Bad Saulgau.
Die Trafostation hat einen seitlichen Anbau. Die Mittelspannung wird bereits über Erdkabel eingeführt, die Niederspannung wird noch mittels einer Freileitung zum Kieswerk geleitet. Es handelt sich hier um eine sog. abnehmereigene Station, also Privatbesitz des Kieswerks. Laut Auskunft eines Kieswerk-Mitarbeiters wurde der Turm im Jahr 1952 gebaut, er ist noch handgemauert. Die überdimensionalen Lüftungsgitter am Fuße des Nebengebäudes deuten darauf hin, dass sich hier wahrscheinlich neben der obligatorischen Schaltanlage, früher als Ölkesselschalter gebaut, ein zweiter Trafo verstecken könnte. Dieser hätte Kühlungsbedarf: unten der Lufteinlass, oben an der Vorderseite der Luftauslass.
Das Warnschild aus Plastik ist eindeutig neueren Datums, siehe hierzu auch unser Kapitel Warntafeln an Trafohäuschen. Nachträglich wurden an der Turmfassade Scheinwerfer angebracht, die nun den Eingangsbereich des Kieswerks ausleuchten, sowie am rückseitigen Giebel eine kleine Wetterstation.
Fahren wir von hier aus wieder stadteinwärts nach Bad Saulgau, kommen wir am Trafoturm des Säg- und Elektrizitätswerks Carl Platz von 1899 vorbei, der weiter oben schon beschrieben wurde.

 
Trafoturm Bolstern 11 Trafoturm Bolstern 13 Trafoturm Bolstern 16 Trafoturm Bolstern 15 Trafoturm Bolstern 2 Trafoturm Bolstern 3 Trafoturm Bolstern 4 Trafoturm Bolstern 6 Trafoturm Bolstern 10
Die Umspannstation Bolstern aus dem Jahr 1914
Photos: Pit Fischer, 2011
Nehmen wir mit dem Fahrrad von Hoßkirch aus Kurs auf Bolstern, (gemeinsam mit Heratskirch Ortsteil des schönen Kurorts Bad Saulgau) durch das große, menschenleere Waldgebiet Wagenhart, so erreichen wir jenseits des Waldrands das Bolsterner Hochspannungstal mit seinen überdimensionierten Masten, die einem die idyllische Ausicht auf das einzigartige Wiesental und den Kirchturm total versauen. Wie bescheiden nimmt sich dagegen mit seinem hübschen Dach das Bolsterner Trafohäuschen aus: Die Umspannstation Bolstern Saulgauer Str. der EnBW Regional AG. Es befindet sich gleich am Ortseingang von Bad Saulgau kommend in der Ostracher Str./Ecke Heratskircher Str. Die Bezeichnung der Umspannstation "Saulgauer Str." deutet darauf hin, dass die heutige Ostracher Straße früher wohl Saulgauer Straße hieß - sinnvoll ist beides, da die Straße von Saulgau nach Ostrach führt, bzw. je nach Fahrtrichtung umgekehrt. Das linke Bild zeigt den Trafoturm ganz klein in der Bildmitte aus Richtung Saulgau kommend. Die Hochspannungsmasten wirken riesig dagegen. Die beiden rechten Bilder zeigen, wie harmonisch sich der Turm in die Bolsterner Dachlandschaft einfügt.
Die Umspannstation ist nach fast hundert Jahren immer noch in Betrieb und offensichtlich in einem sehr guten Zustand. Die elektrische Anlage wurde allerdings mit Sicherheit zwischenzeitlich modernisiert.
1914 hatten die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) angefangen, die Region flächendeckend zu elektrifizieren. Der Trafoturm in Bolstern müsste eine der ersten Stationen gewesen sein, zusammen mit der ebenfalls im Jahr 1914 erbauten Umspannstation Ebersbach.
Um das Jahr 1915 errichteten die OEW in Wolfegg im Allgäu eine weitere Turmstation, die noch heute in Betrieb und inzwischen Teil des Bauernhaus-Museums Wolfegg ist.
Im Oberschwäbischen Museumsdorf Kürnbach bei Bad Schussenried ist ein weiterer Turm zu besichtigen: Die Umspannstation Wildes Ried von 1918, die aus Winterstettendorf im Jahr 1991 ins Freilichtmuseum umgesetzt wurde und dort nun als technisches Denkmal mitsamt der technischen Einrichtung innen und außen besichtigt werden kann.

 
Umspannstation Bondorf Roessle 4 Umspannstation Bondorf Roessle 11 Umspannstation Bondorf Roessle 10 Umspannstation Bondorf Roessle 1 Umspannstation Bondorf Roessle 8 Umspannstation Bondorf Roessle 12
Die Umspannstation Bondorf Rößle
Photos: Pit Fischer, 21. September 2012
Die Umspannstation Rößle der EnBW Regional AG steht am Bondorfer Ortseingang von Bad Saulgau kommend linkerhand in der Straße An der Steig. Der gut gepflegte Turm hat ein mit Biberschwänzen gedecktes Pyramidendach. In der Nähe befand sich früher das namengebende Gasthaus Rößle.
 
Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 1 Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 2 Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 7 Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 11 Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 16 Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 14
Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 4 Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 12 Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 9 Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 13 Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 15 Umspannstation Fulgenstadt Muehlebach 18
Die Umspannstation Fulgenstadt Mühlebach
Photos: Pit Fischer, 17. Juli 2012
Kommen wir aus Richtung Mieterkingen nach Fulgenstadt, erblicken wir schon von weitem die Dorfkirche und auf der linken Seite der Mieterkinger Straße den alten Trafoturm, der mit dem Kirchturm eine reizvolle Doppelspitze unter dem wolkigen Sommerhimmel bildet.
Wir kennen das Baujahr der Turmstation nicht, aber der Dachform nach dürfte sie aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts stammen. Die Umspannstation der ehemaligen Energie-Versorgung Schwaben (heutige EnBW) ist immer noch in Betrieb. Die Mittelspannung ist noch über Freileitungen angebunden, eine ist mit "Friedberg Mühlbach" (Nachbardorf) ausgeschildert, die andere zur "Umspannstation Kinderschule". Kinderschule ist die oberschwäbische Bezeichnung für Kindergarten. Die Stromversorgung der Anwohner mit Niederspannung (Haushaltsstrom) ist bis auf eine verbliebene Freileitung bereits auf isolierte Schwedenkabel umgestellt.

 
Der Trafoturm im Schwarzachtal
Trafohäusle im malerischen Schwarzachtal bei heraufziehendem Gewitter
siehe Sonderseite: Die Umspannstation Schwarzach
 
Umspannstation Franzenmuehle 2 Umspannstation Franzenmuehle 8 Umspannstation Franzenmuehle 7 Umspannstation Franzenmuehle 12 Umspannstation Franzenmuehle 3 Umspannstation Franzenmuehle 13 Umspannstation Franzenmuehle 15
Umspannstation Franzenmuehle 1 Umspannstation Franzenmuehle 10 Umspannstation Franzenmuehle 11 Umspannstation Franzenmuehle 16 Umspannstation Franzenmuehle 18 Umspannstation Franzenmuehle 19
Die Umspannstation Franzenmühle an der Schwarzach
Fotos: Pit Fischer, 25. Mai 2012
Die Umspannstation Franzenmühle der ehemaligen Energieversorgung Schwaben liegt an der Schwarzachstraße im idyllischen Mühlental (von Saulgau aus leicht über das Gewerbegebiet Richtung Herbertingen, Fa. Knoll u.a., zu erreichen). Die alte Franzenmühle steht unter Denkmalschutz. Die Wasserkraft der Schwarzach (Nebenfluss der Donau) treibt schon lange keine mechanische Getreidemühle mehr an. Ein modernes Kleinwasserkraftwerk mit Schnecke wurde hier zwischen Trafoturm und Mühle eingerichtet (siehe Abbildungen der unteren Reihe).
Nicht weit entfernt von hier wurde ein Abschnitt der Schwarzach in den letzten Jahren renaturiert.
Herzlichen Dank an die Eigentümerfamilie für die Erlaubnis auf ihrem Grundstück zu fotografieren.
Weitere Beispiele für Wasserkraftwerke, E-Werke und Umspannwerke siehe in unserer Rubrik E-Werk, Umspannwerk, Kraftwerk

 
Trafoturm Siessen 1 Trafoturm Siessen 2 Trafoturm Siessen 3 Das Kloster Siessen
Spätbarock bei Bad Saulgau: der Trafoturm Kloster Sießen
Photos: Richard Molke, 2010
Der Trafoturm beim Kloster Sießen ist ein herausragendendes Zeugnis spätbarocker Baukunst. Der Barock ist allerdings zugegebenermaßen SEHR spät :-)
Die Errichtung und Ausschmückung des anmutigen Türmchens wurde lange Zeit Dominikus Zimmermann zugeschrieben, der auch die Gestaltung der nahegelegenen Kloster- und Pfarrkirche St. Markus innehatte (siehe rechtes Bild: Abbildung Kloster Sießen). Nach neuesten der Trafographie-Redaktion vorliegenden Informationen gehört dies aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ins Reich der Legenden, da die barocken Kunstwerke Zimmermanns in St. Markus relativ präzise auf die Jahre 1726-1729 datiert werden konnten. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war jedoch der Wechselstrom noch garnicht erfunden! Schließen wir aber die Diskussion um die Urheberschaft des Trafos versöhnlich und einigen uns auf die Aussage, daß er in der TRADITION Dominikus Zimmermanns steht und - Barock hin oder her - die Franziskanerinnen des Klosters über Jahrzehnte mit der uns heute so selbstverständlich gewordenen Elektrizität versorgte und versorgt. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch eine Künstlerin und Franziskanerin des Klosters, die mit ihren Bildern (nach denen dann später die Hummelfiguren angefertigt wurden) internationale Berühmtheit erlangte: Maria Innocentia Hummel (=Berta Hummel).


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Stand: 26. Juni 2014
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