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Trafohäuschen in und um Dannenberg

Zur Stadt Dannenberg (Elbe) gehören u.a. auch die Dörfer Breese in der Marsch, Bückau, Gümse, Lüggau, Nebenstedt, Penkefitz, Pisselberg, Prabstorf, Predöhlsau, Prisser, Schmarsau, Seybruch, Soven, Splietau, Streetz und Tripkau.

Wegweiser in Dannenberg 2 Wegweiser in Dannenberg 1 Das Eichhoernchen Cecile Lecomte Eichhoernchen-Prozess in Dannenberg 1 Eichhoernchen-Prozess in Dannenberg 2
Wegweiser und ein Eichhörnchen-Prozess in Dannenberg
Fotos: Siegwardt Puerrhus, 3. August 2010
Im August 2010 unternahm Siegwardt Puerrhus, Gründungsmitglied unserer Trafohäuschen-Homepage-Redaktion, eine Fahrrad- und Phototour und durch das schöne Wendland. Schon beim Start in Dannenberg wurde Puerrhus klar, dass das Wendland anders ist als die Regionen, die er zuvor besucht hatte. Der Widerstand gegen die Atommüll-Endlagerung bei Gorleben sprang ihm an allen Ecken und Enden ins Auge. So wurde Puerrhus bereits beim Start in Dannenberg durch den dortigen Wegweiser in Richtung Gorleben, Tschernobyl und Krümmel der Weg gewiesen. Alsdann kam er beim Gericht Dannenberg vorbei, wo unter großem Polizeiaufgebot ein Prozess gegen das kletternde Eichhörnchen Cécile Lecomte stattfand. Die Aufnahmen von Puerrhus bildeten den Grundstock unserer Abteilung Trafohäuschen im Wendland.
In der Stadt Dannenberg konnten wir auch nach mehreren Besuchen keine Turmstationen mehr entdecken. Aber in den umliegenden Ortsteilen stehen einige sehr schöne alte Exemplare aus Frühzeit der Elektrifizierung, als die Dörfer auf dem Land noch über Freileitungen versorgt wurden:

 
Trafoturm Breese in der Marsch 4 Trafoturm Breese in der Marsch 5 Trafoturm Breese in der Marsch 3 Trafoturm Breese in der Marsch 6 Trafoturm Breese in der Marsch 7 Trafoturm Breese in der Marsch 2 Die Breeser Treckerparade
Trafoturm Breese in der Marsch 9 Trafoturm Breese in der Marsch 12 Trafoturm Breese in der Marsch 10 Trafoturm Breese in der Marsch 13 Trafoturm Breese in der Marsch 14 Trafoturm Breese in der Marsch 15 Trafoturm Breese in der Marsch 17
Der Trafoturm Breese in der Marsch von 1926
Fotos: Pit Fischer, 2011 und 29. August 2012 (untere Reihe)
Diese imposante stillgelegte Turmstation steht im Dannenberger Ortsteil Breese in der Marsch in der Dorfstraße (Adresse: Breese in der Marsch Nr. 3). Man beachte das kunstvolle Mauerwerk! Ein schöner Turm in einem freundlichen Dorf in einer einladenden Landschaft. Auf der Fassade ist das Jahr "1926" zu erkennen (siehe Detailabbildung in der unteren Bildreihe). Hierbei handelt es sich wohl um das Baujahr oder das Jahr der Inbetriebnahme. Weiterhin ist noch ein Schild zu sehen, das einen ehemaligen Freileitungsabgang bezeichnet: "Damnatz-Schmiede". Damnatz ist ein benachbartes Dorf an der Elbe.
Erfreulicherweise hat hier jemand auch an unsere kleinen Gefährten der Lüfte gedacht: Die Wanddurchführungen wurden teilweise entfernt um Vögel und Fledermäuse ins Gebäude zu lassen. Wer drinnen keinen Platz mehr gefunden hat, wohnt in Nistkästen draußen an der Hauswand (weitere solcher Beispiele siehe unter Trafotürme und Naturschutz).
In der Nähe befindet sich als Endpunkt der Eisenbahnlinie Lüneburg-Dannenberg die berühmte Umladestation für Castoren sowie die riesigen Containersiedlungen der Polizei, die nur saisonal (meist im November) bewohnt sind.
Auf dem Bild rechts oben ist die Breeser Treckerparade zu sehen. Der Trecker scheint im Wendland das beliebteste Verkehrsmittel zu sein - quer durch alle Generationen ;-)
Michael Neumann verzeichnet die Turmstation Breese in seinem Trafohäuschen-Klassiker "Zwischen Kraftwerk und Steckdose" mit einem Foto auf Seite 50 und schreibt über diese Strömung der Architektur: "Die Bildbeispiele belegen, daß eine große Anzahl von Architekten bei der Gestaltung der Transformatorengehäuse besonders um Ausdruckskraft bemüht waren. Das Sinnbild Turm war ihnen wichtiger als dessen Funktion. Weder Zweckmäßigkeit noch Materialgerechtigkeit standen beim Entwurfsgedanken an erster Stelle ... sondern die allgemeine Linie, die Gestalt, der Umriß..."
Quelle:
Neumann, Michael: Zwischen Kraftwerk und Steckdose, Zur Architektur der Trafohäuser; Marburg 1987, S. 50, siehe unsere Literaturliste

Der Trafoturm Breese ist auch im empfehlenswerten Bildband von Illo-Frank Primus, Geschichte und Gesichter der Trafostationen mit einem Foto auf Seite 181 vertreten.

 
Trafoturm Guemse 5 Trafoturm Guemse 6 Trafoturm Guemse 8
Trafoturm Guemse 10 Trafoturm Guemse 11 Trafoturm Guemse 12 Trafoturm Guemse 16 Trafoturm Guemse 15
Die Station Gümse
Fotos: Pit Fischer, Mai 2011 und 29. August 2012 (untere Reihe)
Nicht weit von Dannenberg, zwischen dem Dannenberger Ortsteil Breese in der Marsch und Sipnitz (Gemeinde Gusborn), steht dieser in alter Handwerkstradition gemauerte Backsteinturm. Einige Meter weiter befindet sich eine kleine Badestelle am Gümser See, einem Altarm der Elbe. In der Dannenberger Marsch, einer größtenteils eingedeichten und landwirtschaftlich genutzten Auenlandschaft der Elbe sind viele seltene Tier- und Pflanzenarten wie beispielsweise die Rotbauchunke heimisch.
Das genaue Baujahr des Trafoturms konnten wir nicht ermitteln, aber er stammt sicherlich aus den 1920er Jahren, als das Wendland Strom bekam. Die ehemaligen Freileitungen sind bereits abgebaut und auf Erdkabel umgestellt. Der Trafo im Turminnern ist noch in Betrieb und wird als 'Station A906178 Gümse' heute von der e-on/Avacon betrieben.
Die Turmstation Gümse ist auch im Bildband von Illo-Frank Primus, Geschichte und Gesichter der Trafostationen mit einem Foto auf Seite 179 vertreten.

 
Trafoturm Lueggau 2 Trafoturm Lueggau 3 Trafoturm Lueggau 4 Trafoturm Lueggau 10 Trafoturm Lueggau 5 Trafoturm Lueggau 8 Trafoturm Lueggau 9
Trafoturm Lueggau 1 Trafoturm Lueggau 7
Die Trafostation Lüggau aus dem Jahr 1934
Fotos: Pit Fischer, 8. August 2014
Fahren wir von Dannenberg auf der B216 Richtung Hitzacker, kommen wir durch das kleine Dorf Lüggau und entdecken hier beim Biergarten "Kupferkanne" (Richtung Friedhof und Kriegsgräberstätte) diese schlanke, hohe Turmstation in traditionell norddeutscher Backsteinbauweise. Die Trafostation 'Lüggau TSS Am Friedhof' der EVE Netz GmbH ist immer noch in Betrieb, allerdings sind die ehemaligen Freileitungen bereits vollständig durch Erdkabel ersetzt worden.
Über der Stationstür sehen wir die Jahreszahl 1934 (siehe Detailabbildung in der unteren Bildreihe), wobei es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um das Baujahr oder das Jahr der Inbetriebnahme handelt. Solche Jahresangaben sind ein seltener Glücksfall für uns, da die Ermittlung von Baujahren immer mit großem Rechercheaufwand verbunden sind und oft auch ergebnislos verlaufen.
Einen zweites baugleiches Trafohäuschen, ebenfalls aus dem Jahr 1934, finden wir im Nachbardorf Streetz.

 
Station Pisselberg 1 Station Pisselberg 2 Station Pisselberg 3 Station Pisselberg 4 Station Pisselberg 5 Station Pisselberg 6
Die Station Pisselberg
Fotos: Siegwardt Puerrhus, August 2010
Zwischen Dannenberg und Hitzacker liegt diese Trafostation der E-on/Avacon idyllisch im hübschen Dorf Pisselberg.
Pisselberg liegt direkt neben den Bahngleisen, auf denen der Castor-Transport nach Gorleben stattfindet. Dieser mit Atommüll beladene Zug rollt jedes Mal in einer Entfernung von nur ca. 30 Metern an den Häusern vorbei, darum sind hier viele Einwohner schon seit Jahren für den sofortigen Atomausstieg und aktiv an den Anti-Castor Protesten beteiligt.
Seit über 30 Jahren wehren sich die Menschen hier im Wendland gegen die Machenschaften der Atom-Mafia. Das Transformatorenhaus diente auch als Treffpunkt und Ort der Installation "Schreyn für Japan" anlässlich der Katastrophe in Fukushima.

 
Trafoturm Streetz 6 Trafoturm Streetz 5 Trafoturm Streetz 4 Trafoturm Streetz 10 Trafoturm Streetz 9 Trafoturm Streetz 11
Trafoturm Streetz 2 Trafoturm Streetz 1 Trafoturm Streetz 7
Die Trafostation Streetz aus dem Jahr 1934
Fotos: Pit Fischer, 8. August 2014
An der Kastanienallee in Streetz, der Durchgangsstraße (L231) von Dannenberg nach Hitzacker, steht dieser Trafoturm in typisch norddeutscher Backsteinbauweise mit Blechdach. Die 'Station A906492 Streetz' der e-on/Avacon ist immer noch in Betrieb. Die Mittelspannung kommt hier wie eh und je per Freileitung über Vollkernisolatoren an. Die Versorgung der Haushalte mit Gebrauchsstrom erfolgt bereits (wie fast überall im Wendland) über Erdkabel.
Über der Stationstür sehen wir die Jahreszahl 1934 (siehe Detailabbildung in der unteren Bildreihe), höchstwahrscheinlich das Baujahr oder das Jahr der Inbetriebnahme.
Eine zweite baugleiche Turmstation, ebenfalls aus dem Jahr 1934, finden wir im Nachbardorf Lüggau.


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Stand: 21. Januar 2015
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