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Ich könnte schon wieder hinfahren. Es ist einfach traumhaft da oben. (Moritz Lindberg)
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Trafohäuschen in und um Wangels

Zur Gemeinde Wangels gehören u.a. auch die Dörfer Barensdorf, Döhnsdorf, Ehlerstorf, Farve, Grammdorf, Groß-Wessek, Hansühn, Hohenstein, Kükelühn, Meischenstorf, Neutestorf, Testorf, Testorferfelde, Wasbuck und Weißenhaus:
 
Trafoturm Weissenhaus 1 Trafoturm Weissenhaus 5 Trafoturm Weissenhaus 6 Trafoturm Weissenhaus 8 Trafoturm Weissenhaus 17 Trafoturm Weissenhaus 13
Trafoturm Weissenhaus 2 Trafoturm Weissenhaus 3 Trafoturm Weissenhaus 4 Trafoturm Weissenhaus 12 Trafoturm Weissenhaus 7 Trafoturm Weissenhaus 20
Der Trafoturm Weißenhaus - eine Transformatorenstation nach Gutsherrenart
Fotos: Pit Fischer, 2011
Dieser alte Turm steht in Weißenhaus (ehemals Gutsbezirk Weißenhaus) beim Parkplatz, nicht weit von der L202 zwischen Oldenburg und Lütjenburg. Das zum Herrenhaus des Gutes Weißenhaus gehörende Gutsdorf besteht aus 16 Häusern. In der Nähe ist die Hohwachter Bucht mit dem bekannten Ostseebad Weißenhäuser Strand.
Die untere Bildreihe zeigt Detailaufnahmen, u.a. einen Schalter in einem außen an der Wand angebrachten, nun offenstehenden Metallschrank. Normalerweise waren hinter diesen kleinen Metalltüren an den Turmseiten Schalter für einzelne Leitungszweige untergebracht, ebenso für die Straßenbeleuchtung. Eine Straßenbeleuchtung hat es früher hier wohl nicht gegeben, die Größe dieses Schalters wäre dafür auch reichlich überdimensioniert. Deshalb wird es wohl die Ein-bzw. Ausschaltmöglichkeit für einen abgehenden Niederspannungszweig gewesen sein. Auch ein später eingeführtes Niederspannungserdkabel, welches auf der internen Schalttafel keinen Platz mehr fand, könnte somit angeschlossen worden sein, etwa ein Großverbraucher wie ein Landwirtschaftsbetrieb. Es war früher üblich, nachdem die dampfbetriebenen Dreschmaschinen verschwanden, elektrische Antriebe zu verwenden. Dafür hat man in den Dörfern dann an zentral gelegenen Stellen Anschlussmöglichkeiten geschaffen. So hat man z.B. an Holzmasten einen Abzweig angebracht und ihn nach unten geführt. Dort befand sich dann eine Drehstromsteckdose, oft neben einem Satz Sicherungen nebst Schalter. In Zeiten der Stromrationierung nach dem Krieg gab es dann Dreschverordnungen. An geraden Tagen durften die geraden, an den anderen Tagen die ungeraden Hausnummern ihr Getreide dreschen. Die Ausführung könnte ab den 40er Jahren verwendet worden sein.
(siehe auch in unserem kleinen Kapitel über Schalttafeln und Schalter)
Interessant ist auch die Holztüre des Turms. Die war schon zu Betriebszeiten dran, wie man an den Spuren des abgeschraubten Warnschildes erkennen kann. In dem Loch neben der Tür war vermutlich eine von außen bedienbare Schalttafel hinter einer Metall- bzw. Holztür. Nach deren Ausbau klafft nun ein großes Loch im Turm. Auch wurden hier schon einige Fenster zugemauert.
Dieser Turm passt bauartbedingt zur Generation der frühen Elektrifizierung, die wir auf unseren Webseiten bereits für Kürnbach, Bolstern, Ebersbach (alle drei in Oberschwaben) und Medulin (Kroatien) dokumentiert haben. An der Vorderseite sieht man über den drei Löchern für die Einführung der Mittelspannung drei Haken. Diese hat man viel später angebracht. Zur Befestigung der Leiterseile wurden später Abspannketten verwendet, so wie wir sie fast überall heute erkennen können. Damit diese Zugkräfte aufgefangen werden konnten, hat man diese Haken so lang gewählt, dass sie an der gegenüberliegenden Seite austraten und dort mittels Mutter gekontert. Originalerweise wurden die Leiterseile wie in Kürnbach und Medulin an Stützenisolatoren auf dem Eisenträger abgespannt. Zu diesem "Eingang" führten Metallsprossen an der Außenwand hoch. Der Umbau deutet eindeutig auf die Anpassung an eine erhöhte Mittelspannung hin (heute 20kV).
Die Ausschnittsvergrößerung unten rechts zeigt einen Zugisolator Z 95 an der Turmwand, siehe hierzu auch auf unserer Themenseite Isolatoren unter Epoche 2.


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Stand: 23. Dezember 2011
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