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Trafotürme in und um Lengdorf

Zur Gemeinde Lengdorf gehören u.a. auch die Dörfer Außerbittlbach, Daigelspoint, Hauzenöd, Hundsöd, Kopfsburg, Penzing, Schachtenseeon, Weinhackl und Wimpasing:
 
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Das alte Trafohäuschen in Kopfsburg
Fotos: Max Hergenröder, 23. Juni 2012 und 6. Januar 2014 (untere Reihe)
Das alte Trafohäuschen steht im Ortsteil Kopfsburg nahe der Von-Preysing-Straße (= Kreisstraße ED16) in Richtung Watzling (Stadt Dorfen).
Wie es aussieht, versorgt es noch ganz Kopfsburg. Es gehört zu den Kraftwerken Haag (KWH) und hängt an der gleichen Fernleitung wie Weinhackl. Auf dem Foto rechts oben ist im Hintergrund rechts neben der Mittelspannungstrasse bei einem Gebüsch noch eine zweite Trafostation zu erkennen, eine moderne industriell gefertigte Kompaktstation.
Die Eternitplatten an der Wetterseite des Turms täuschen nicht darüber hinweg, dass es sich um eine Station der ersten Epoche handelt, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch um eine sehr frühe Bauform (vor 1910). Dafür sprechen neben den eingelassenen Stahlträgern die noch in Betrieb befindlichen glattwandigen Durchführungen der Mittelspannung (siehe die vier Fotos links in der mittleren Reihe). Auf dem Stahlträger sitzen drei weiße Delta-Isolatoren der Bauform HD 20, die Originalbestückung aus der Erbauungszeit (Fotos Mitte in der mittleren Reihe).
Später wurde zweimal erweitert: Auf der Rückseite (siehe Foto ganz rechts mittlere Reihe) ist ein weiterer Mittelspannungsabgang unmittelbar über einem deshalb stillgelegten Niederspannungsabgang zu sehen: zwei Stahlträger mit vier Isolatoren Reichspostmodell in Größe 1. Bei einem noch späteren Umbau wurde dieser Mittelspannungsabgang dann wieder gekappt.
Auf dem zweiten Foto von rechts in der mittleren Bildreihe ist ein weiterer Niederspannungsabgang zu sehen, ursprünglich an Schäkel-Isolatoren (in Resten noch vorhanden) über Freileitungen, heute über isolierte Schwedenkabel.
Augenfällig an diesem Trafohäuschen ist auch die vermutlich originale Wellblechtür mit Vorhängeschloss. Obwohl am Turm bereits Modernisierungsmaßnahmen erkennbar sind, befindet sich das Gebäude mit Ausnahme der Eternitfront nahezu im Erbauungszustand.
Die Aufnahmen der unteren Bildreihe sind am Dreikönigstag 2014 entstanden. Die hier zu sehende Baustelle gilt jedoch nicht dem Trafohäuschen.

 

Transformatorenstation Nr. 2533 Penzing 7 Transformatorenstation Nr. 2533 Penzing 6 Transformatorenstation Nr. 2533 Penzing 10 Transformatorenstation Nr. 2533 Penzing 1 Transformatorenstation Nr. 2533 Penzing 8
Transformatorenstation Nr. 2533 Penzing 2 Transformatorenstation Nr. 2533 Penzing 5 Transformatorenstation Nr. 2533 Penzing 9 Transformatorenstation Nr. 2533 Penzing 3
Die Transformatorenstation Nr. 2533 in Penzing
Fotos: Max Hergenröder, 9. Dezember 2012
Der Trafoturm der Kraftwerke Haag GmbH steht in Penzing an einer kleinen Anliegerstraße. Auf den ersten Blick sieht er nicht besonders ansprechend aus mit seiner Eternitverkleidung. Unter der modernen Fassade schlummert aber alte Bausubstanz: wo der Putz bröckelt, schaut altes Ziegelmauerwerk heraus. Die alte Turmstation hat offensichtlich schon etliche Modernisierungen hinter sich.
Die Stahlträger der ehemaligen Niederspannungsabgänge deuten auf das erste Drittel des 20. Jahrhunderts hin. Ursprünglich war hier jedoch nur eine Mittelspannungs-Zuleitung vorgesehen, jene auf der nichtverkleideten Seite. Auch der Ausschnitt der Durchführungen ist noch aus der Bauzeit, wobei hier später Durchführungen der 1950er bzw. 60er Jahre eingefügt wurden. Der Niederspannungsabgang auf dieser Seite liegt deutlich tiefer als auf der Eternitseite, was bedeutet, dass er schon immer im Zusammenspiel mit der Mittelspannung hier bestand. Ganz anders die Eternit-Seite. Hier war ursprünglich nur der Niederspannungsabgang vorgesehen, deshalb liegt er auch räumlich deutlich höher. Im Laufe der Netzerweiterung hat man aber die heutige Mittelspannungs-Trasse weitergeführt und dafür einen entsprechenden Durchgang durch den Turm geschaffen. Gewöhnlich wäre die Nähe zwischen den originalen Niederspannungsleitungen und der jüngeren Mittelspannungsleitung nämlich zu gering.
Auch das Betonflachdach stammt mit Sicherheit nicht aus der Erbauungszeit. Solche Betonplatten können als Fertigteil erworben und mittels Kran angebracht werden. Der Neuaufbau eines Dachstuhls war damit überflüssig. Und wenn man schon mal dabei war, hat man die Eternitverkleidung angebracht. Diese Art von asbesthaltigem Faserzement war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch an Wohnhäusern weit verbreitet, wird heute jedoch wegen der Gesundheitsgefahren in Europa nicht mehr verwendet. Die Tür ist definitiv das jüngste Bauelement, auch die Überspannungsableiter sind jüngst montiert worden.
Fotografisch reizvoll steht der Turm unter der blassen, tiefstehenden Wintersonne als weithin sichtbare Landmarke in der verschneiten oberbayerischen Kulturlandschaft.

 

Trafohaeuschen Weinhackl 10 Trafohaeuschen Weinhackl 1 Trafohaeuschen Weinhackl 4 Trafohaeuschen Weinhackl 6 Trafohaeuschen Weinhackl 8 Trafohaeuschen Weinhackl 11
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Das alte Trafohäuschen in Weinhackl beim Reiterhof an der Isen
Fotos: Max Hergenröder, Juni 2012
Die alte "Doppel-Turmstation" steht im Lengdorfer Ortsteil Weinhackl inmitten eines Reiterhofes (Privatgrund) direkt an der Isen, beim Hof ist auch ein kleines Wasserkraftwerk dabei. Weinhackl, Lengdorf, das Tal der Isen und der Landkreis Erding gehören zur Boomregion um den Flughafen München. Erhaltene alte Trafohäuschen und Freileitungen (siehe untere Bildreihe) sind wegen der umfassenden Modernisierung der Region selten.
Der Trafoturm, ursprünglich eine Privatstation des E-Werks Gerlach in Lengdorf, ist seit ca. 20 Jahren im Netz der Kraftwerke Haag (KWH) und dürfte in der Zeit um den 1. Weltkrieg bis maximal 1925 errichtet worden sein. Dafür sprechen die Türen in der gebänderten Bauform. Der kleinere Anbau enthielt wahrscheinlich einen damals üblichen Leistungsschalter in Kesselbauweise mit hohem Platzbedarf. Das nebenan stehende kleine Wasserkraftwerk deutet darauf hin, dass das Trafohäuschen die zugehörige Übergabestation für das Mittelspannungs-Netz ist.
Die Anordnung der Mittelspannungs-Abgänge übereinander ist sehr selten. Es sieht so aus, dass dort je Leiterseil drei einzelne Kappenisolatoren montiert sind statt der üblichen VK-Reihe plus einem Erweiterungsglied. Diese Konstellation ist selten zu finden, da aufwändiger zu montieren und in Summe wahrscheinlich damals sogar teurer im Einkauf. Der Rost unterhalb der Einführung deutet darauf hin, dass hier seit Jahrzehnten an dieser Einführungsseite nichts verändert wurde und somit weitgehend noch der Originalzustand vorhanden ist, zumindest seit der Auslegung auf 20KV.
Es sieht so aus, als ob die obere Leitung aus Richtung Isen kommt, ins Häuschen geht, zurück als untere der beiden und dann über den Mast weiter Richtung Lengdorf verläuft. Eine gerade Leitungsführung war wohl nicht möglich, da sich hinter der Trafostation der Hof befand.
Auf dem Foto unten links sind die Überreste der starken Regenfälle in den vorangegangenen Tagen zu sehen.
Herzlichen Dank an die Besitzerin für die Erlaubnis zu fotografieren.


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Stand: 20. Januar 2014
Carpe diem

Atomkraft nein danke