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Der Plan war gut, aber er klappte nicht. (Richard Molke)
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Trafotürme in und um Berg

Zur Gemeinde Berg gehören auch die Ortschaften Andhausen, Graltshausen, Guntershausen und Mauren:
 
Trafoturm Andhausen 15 Trafoturm Andhausen 1 Trafoturm Andhausen 4 Trafoturm Andhausen 16 Trafoturm Andhausen 20 Trafoturm Andhausen 3
Trafoturm Andhausen 21 Trafoturm Andhausen 22 Trafoturm Andhausen 23 Trafoturm Andhausen 24 Trafoturm Andhausen 25 Trafoturm Andhausen 26 Trafoturm Andhausen 27
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Trafoturm Andhausen 5 Trafoturm Andhausen 6 Trafoturm Andhausen 7 Trafoturm Andhausen 14 Trafoturm Andhausen 12
Die K28 Trafostation Andhausen und der Thurgauer Heimatschutz-Wettbewerb 2007
Fotos: Pit Fischer, 18. November 2014
Abbildung der Wettbewerbsentwürfe (2. Bildreihe):
mit freundlicher Genehmigung des Thurgauer Heimatschutzes

Das stillgelegte Trafohäuschen steht weithin sichtbar und ortsbildprägend in der Andhauser Strasse 407, Ecke Fritz Meier-Strasse. Das zierliche Türmchen mit Zeltdach und Metallspitze wurde laut Yvonne Scheiwiller wahrscheinlich um 1950 gebaut (siehe ganz unten bei den Textquellen). 2007 schrieb der Thurgauer Heimatschutz einen Projektwettbewerb zur Umnutzung aus. Es gingen viele kreative Entwürfe ein (siehe Abbildungen in der zweiten Bildreihe), ein Umbau wurde jedoch bis zum Zeitpunkt der Fotoaufnahmen im November 2014 aus uns unbekannten Grüden nicht realisiert: der leer stehende Trafoturm steht wie eh und je an seinem Platz. Aber man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben: vielleicht klappt es eines Tages doch noch. Dann kommen wir gerne ein zweites Mal zum Fotografieren.

Der Wettbewerb
Trafoturm Andhausen 21 Zum 100jährigen Jubiläum veranstaltete der Thurgauer Heimatschutz einen Ideenwettbewerb zur Umnutzung der Trafostation Andhausen, einige Entwürfe sind in der zweiten Bildreihe abgebildet.
Es ging um zukunftsträchtige Ideen im Umgang mit diesem weit verbreiteten Bautypus. Diese kleinen relativ unscheinbaren Zweckbauten erzählen vom Siegeszug der Elektrifizierung, gerade in ihrer seriellen Verbreitung sind sie sprechende Zeitzeugen der zweiten Industrialisierung. Nachdem die Trafohäuschen ihre Funktion weitgehend verloren haben, stellt sich die Frage, was mit diesen Turmbauten geschehen soll. Erwartet wurden unkonventionelle und umsetzbare Vorschläge.
Aus der Wettbewerbsausschreibung:
"Der Sieger erhält kostenlos das Baurecht für die Trafostation in Andhausen auf 99 Jahre zur eigenen Nutzung, mit der Auflage, sein Projekt innerhalb eines Jahres auf eigene Kosten umzusetzen. Ausgeschlossen sind störende Nutzungen (Lärm, Verkehr). Zu beachten sind die äusserst geringen Raumdimensionen (Grundriss-Lichtmass 2,05 x 2,20m). Bei mehrgeschossiger Nutzung sollen die oberen Geschosse nicht nur über senkrechte Leitern erschlossen sein. Der Charakter des Gebäudes ist im Äusseren zu erhalten."
108 Anmeldungen sind eingegangen, 38 Teilnehmer haben ihre Projekte eingereicht. Das Beurteilungsgremium hat in der zweiten Runde am 13. Dezember 2007 einstimmig das Projekt "MOST WANTED" der Architekten Mayo Bucher mit Drexler Guinand Jauslin, Zürich, mit einer neuen Nutzung als Mostausschank gewählt (siehe nebenstehendes Foto). Eine Klanginstallation soll den Mostgenuss im EG intensivieren. Weitere interessante Entwürfe waren "Biene summt" (eine Honigfabrik), "Rauchwurst" (Räucherkammer mit einem Aufzug für den Rauchkäfig) und "Selecta" (traforaumfüllender Automat, aus dem lokale Produkte bezogen werden können) und viele andere.
(Textquellen: siehe unten)
Zahlreiche Beispiele für bereits erfolgreich durchgeführte Um- und Nachnutzungen haben wir auf unserer Themenseite Umfunktionierung von Trafohäuschen zusammengestellt.

Beschilderung und Isolatoren
Trafoturm Andhausen 9 Trafoturm Andhausen 6 Aus der Zeit, als drinnen der Trafo brummte, ist an beiden Türen noch die Originalbeschilderung vorhanden, zu sehen auf den Fotos der zweituntersten Bildreihe. Es sind dies Warntafeln, auf denen zu lesen ist: "Lebensgefahr beim Berühren der Apparate und Leitungen" und "Obacht! Diese Anlageteile dürfen nur bedient werden, wenn der Leitungsschalter ausgeschaltet ist". Auch Sicherheitsregeln und Erste-Hilfe-Maßnahmen sind hier angebracht, Massnahmen für Erste Hilfe bei Elektrounfall und Hochspannungsunfällen sowie "Verhalten gegenüber elektrischen Leitungen" des Elektrizitätswerks des Kantons Thurgau, Arbon und des Schweizerischen Elektrotechnischen Vereins. Solche Vorschriften, Regeln und Anleitungen hängen in anderen Ländern meistens innen im Gebäude, in der Schweiz haben wir sie bereits mehrfach außen an den Türen gefunden.
Von den ehemaligen Niederspannungsabgängen sind noch etliche Isolatoren an den Turmfassaden erhalten, zu sehen in der untersten Bildreihe. Es handelt sich hier um sogenannte Beznau-Glocken. Die größere Form ist in der Schweiz weit verbreitet und auch im angrenzenden Baden-Württemberg zu finden. Diese kleinere Bauform von Beznau-Glocken, wie sie in Andhausen eingesetzt wurde, ist uns bisher noch nicht begegnet.

Quellen:
- Webseite des Thurgauer Heimatschutzes zum Wettbewerb
- Supplément Heimatschutz, Zeitschrift des Heimatschutz, 4/2007
- Yvonne Scheiwiller: Trafoturm - Turmtrafo, S. 164-166 (siehe unsere Literaturliste)


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Stand: 16. März 2015
Carpe diem

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