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Trafotürme in Brylle Sogn

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Die denkmalgeschützte Trafostation Gemeindekirche von 1918 in Brylle
Fotos: Michael Magnussen, 2012 (obere Reihe) und 22.12.2013
Dieses Schmuckstück steht bei der Kirche an der Ryttergade (deutsch: Ritterstraße oder Reiterstraße), Ecke Kirkestræde, in der Kirchspielsgemeinde Brylle auf der Insel Fyn (Fünen) in Süddänemark, nicht weit vom Kleinen Belt (Lillebælt).
Der Trafoturm, einer der schönsten in Dänemark, wurde im Jahr 1918 erbaut. Dem Projekt der Elektrifizierung wurde im Dorf Brylle - wie oft bei Neuerungen - mit Widerstand begegnet. Die Strompreise lagen damals bei 40 Øre (ungefähr 5 Cent), während ein Arbeiter nur 50 Øre in der Stunde verdiente. Am 2. September 1919 ging die Turmstation in Betrieb, mit einer eigenen Direktion: Der Zimmermann Rasmus Lindegaard war Präsident, Schatzmeister und Buchhalter in einer Person, und das ganze 42 Jahre lang! Viele Jahre betreute er auch alleine die Technik und machte die Reparaturen. An Heiligabend 1923 war ein grausamer Schneesturm. Rasmus saß mit seiner Familie in der Kirche und plötzlich war der Strom weg. Rasmus ging sofort hinaus durch den Sturm zur Transformerstation. Hier tauschte er die Sicherung aus und alle in Brylle hatten wieder Strom an diesem Abend. Heute gehört die Station dem Energieversorger Energi Fyn. Es gibt keinen eigenen Wärter mehr für die Trafostation, die Posten des Präsidenten, Schatzmeisters, Buchhalters und Technikers sind inzwischen in der Zentrale auf verschiedene Personen verteilt.
Der Trafoturm in Brylle steht als ein besonders schönes Beispiel für die Baukunst des frühen 20. Jahrhunderts unter Denkmalschutz. Man beachte den mit Ornamenten geschmückten Giebel, der typisch für die zeitgenössische Architektur im Norden war. Freileitungen sind keine mehr in Betrieb, die Halterungen der früheren Isolatoren sind teilweise an der Fassade noch erhalten. Das Mauerwerk im oberen Teil des Turms sieht nach Kalksandsteinen aus, es könnten auch Ziegel einer helleren Lehmsorte sein. Das Dach ist vorbildlich restauriert. Auf dem Detailfoto ist das Warnschild an der Tür abgebildet. Siehe hierzu auch unsere Themenseite Vorsicht Lebensgefahr! Warntafeln an Trafohäuschen.
Benannt ist die Trafostation nach der benachbarten Gemeindekirche. Es ist überliefert, dass viele den Turm als kleinen Dorfkrug (Kneipe) benutzten und da draußen einen Schluck nahmen anstatt in die Kirche zu gehen ;-)
In manchen Gegenden Süddeutschlands hat sich für solche Örtlichkeiten der Begriff "Sanktnebenkirch" eingebürgert ;-)
Danke an Michael Magnussen für die Recherchen vor Ort und die Übersetzung aus dem Dänischen


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Stand: 26. Dezember 2013
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