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Trafotürme in Kölliken

Das alte Trafohaeuschen Koelliken 1 Das alte Trafohaeuschen Koelliken 2 Das alte Trafohaeuschen Koelliken 8 Das alte Trafohaeuschen Koelliken 9 Das alte Trafohaeuschen Koelliken 4 Das alte Trafohaeuschen Koelliken 6 Das alte Trafohaeuschen Koelliken 5 Das alte Trafohaeuschen Koelliken 7
Das alte Trafohäuschen von Kölliken, erbaut um 1900
Fotos: Werner Boss
Auszüge aus der Kölliker Chronik: mit freundl. Erlaubnis von Markus Widmer-Dean, Historiker

Der Trafoturm steht mitten im Dorf, an der Hauptstrasse, die von Aarau nach Zofingen führt. Die Pizzeria daneben hat die Adresse Hauptstrasse 58. In Mundart wird die Station "Gärbirain" genannt. "Gärbi" bedeutet Gerberei. Von einer solchen ist heute nichts mehr zu sehen. Der Rain ist aber noch gut erkennbar.
Die rechts abgebildeten Dokumente lassen auf ein Baujahr um die Jahrhundertwende schließen: Bereits 1885 beschloss die Einwohnergemeinde Kölliken, eine Strassenbeleuchtung mit sieben Laternen erstellen zu lassen. Elektrisches Licht wurde jedoch erst mit der Einführung der Elektrizitätsversorgung 1897 verwirklicht. 1922 wurde die Landstrasse durch das Dorf geteert, auf dem alten Foto ist das Trafohäuschen bereits zu sehen. Auch wenn wir das exakte Baujahr nicht wissen, gehört das Türmchen auf jeden Fall zu den ältesten Stationen in dieser Fotosammlung.
Das fünfte Foto von links zeigt ein Modell des Trafoturms, ein handwerkliches Unikat (siehe hierzu auch unsere Sonderseite Trafohäuschen im Modellbau).
Durch sein großes Engagement verhinderte Werner Boss 1998 glücklicherweise den Abriss dieser ganz besonders schönen historischen Trafostation. Darüber wie das zuging, schreibt er uns:
"Die Station wurde um 1900 gebaut. Als letzter baulicher Eingriff wurde 1994 das Dach saniert. Eine Amtsperiode später beschloss der Gemeinderat, die Turmstation abzureissen und durch einen hässlichen Normbau zu ersetzen. Begründung: Die Sanierung der Anlagen sei im bestehenden Gebäude praktisch unmöglich und viel zu teuer. Ich glaubte dies nicht und ergriff alle demokratischen Mittel, um die Station zu retten. Dies kostete, im Alleingang, viel Zeit und Nerven. Im allerletzten Moment konnte ich die Stimmbürger von der Schutzwürdigkeit des Türmchens überzeugen. Die Schlussabrechnung zeigte, dass die Sanierung des Turmes billiger war als der geplante Bau einer Normstation. Ich hatte dies als Laie immer behauptet, stiess aber beim "Experten" im Gemeinderat auf Widerstand. Interessant ist, dass eben dieser Gemeinderat Inhaber eines Elektroingenieurbüros war und den Auftrag selber auch ausführte. An einer neuen Normstation hätte er natürlich mehr verdient als an der Sanierung des alten Turms. Was andernorts als zumindest Vetternwirtschaft bezeichnet wird, ist in Kölliken normal. Ich könnte noch weitere Beispiele erzählen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Finanzlage der Gemeinde schlecht und der Steuerfuss hoch ist."

Seinerzeit schrieb die Aargauer Zeitung unter dem Titel "Die grosse Stunde des Werner Boss":
"(...) Vor einem Jahr war Werner Boss der einzige, der sich für die alte Kölliker Trafo-Station einsetzte. Damals glaubte ich, ich spinne, sagte Boss dazu. Am Freitag hat er mit einer Parforce-Leistung an der Gmeind das Gros der Anwesenden für sein Anliegen gewonnen. Auf die folgende Strophe bin ich selber stolz!, sagte Werner Boss, holte tief Luft und sprach ins Mikrophon:
Andri Sache sind doch ou sehr tüür,
zum Bischpil roti Auto gäges Füür,
grüne Rase für di vile Tschutter,
aber ou für d'Gmeind de neu Computer.

Die ganze Mehrzweckhalle lachte laut - in dem Moment hatte Werner Boss die Herzen der anwesenden Köllikerinnen und Kölliker und damit auch die Abstimmung gewonnen. (...)"
Quelle: Aargauer Zeitung

Unser Kollege von swisstrafos.ch verzeichnet diesen Trafoturm ebenfalls und schreibt dazu:
"Der hochrechteckige Bau steht auf quadratischem Grundriss und besitzt ein geschweiftes Schopfwalmdach. Die Strukturen im Mauerwerk wurden bei der Renovation im Gegensatz zum Sichtbogenfenster, welches wohl ursprünglich an der Gebäudefront im oberen Teil vorhanden war, übernommen. Seitwärts liegen hochrechteckige Fenster. Die Sichtbogentüre im unteren Teil wird von einem Pultdach geschützt."
Quelle: swisstrafos - Kölliken

 

Trafostation Koelliken-Hubel 6 Trafostation Koelliken-Hubel 7     Trafostation Koelliken-Hubel 1 Trafostation Koelliken-Hubel 2
Trafostation Koelliken-Hubel 4 Trafostation Koelliken-Hubel 5 Trafostation Koelliken-Hubel 3 Trafostation Koelliken-Hubel 11 Trafostation Koelliken-Hubel 12
Die Transformatoren-Station Kölliken-Hubel - Motiv für zwei Gemälde
Fotos: Werner Boss, März und Oktober 2014
Abb. der Gemälde von Hans Hilfiker (rechts oben) mit freundl. Genehmigung der Witwe des Künstlers

Der Trafoturm steht im Ortsteil Hubel, im Westen Köllikens. Das kleine Tal mit dem Bächlein, wo das Trafohäuschen steht, wird im Volksmund Mädiloch genannt, obwohl es eher ein Graben ist.
Wie die weiter oben beschriebene Station an der Hauptstrasse ("Gärbirain") dürfte auch dieser Turm um die Jahrhundertwende entstanden sein. Wir schließen dies aus dem Text auf Seite 296 der Kölliker Chronik des Historikers Markus Widmer-Dean:
"Bereits 1885 beschloss die Einwohnergemeinde Kölliken, eine Strassenbeleuchtung mit sieben Laternen erstellen zu lassen. Elektrisches Licht wurde jedoch erst mit der Einführung der Elektrizitätsversorgung 1897 verwirklicht. 1897 (wurde) mit dem Elektrizitätswerk Olten-Aarburg A.G. ein Vertrag über die Lieferung von Strom abgeschlossen. (...) Vorgesehen war die Erstellung von vier Transformatorenstationen (je eine bei Gerber Häni, Hilfiker-Hüssy, Gebrüder Matter und H. Zehnder)."
Um welche der erwähnten Stationen es sich hier handelt, wissen wir nicht.
1988 und 1990 fertigte der Kölliker Grafiker Hans Hilfiker (22. Juli 1921 - 5. Oktober 2005) zwei Gemälde von dem alten Trafoturm an, die wir mit freundlicher Genehmigung seiner Witwe oben rechts abgebildet haben. Siehe hierzu auch unsere Sondersammlung Zeichnungen und Gemälde von Trafotürmen.


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Stand: 30. Dezember 2014
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